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Schülerinnen der IGS Göttingen erstellen Kurzfilme über Drogen

Dreh mit „Toximan“ Schülerinnen der IGS Göttingen erstellen Kurzfilme über Drogen

Sie haben sich gegenseitig, ihre Mitschüler und Süchtige interviewt. Auch mit Drogenberatern, einem Jugendrichter und einem Wissenschaftler haben sie gesprochen. Und immer ist die Kamera dabei gewesen.

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Bereiten sich mit Requisiten auf den Filmdreh vor: Schülerinnen der IGS und Wolfgang Sosnowski.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Acht Schülerinnen der IGS im Alter zwischen 15 und 16 haben mit dem ehemaligen Drogenabhängigen und jetzigen Suchtaufklärer „Toximan“ Wolfgang Sosnowski sowie dem Filmemacher Herbert Dohlen drei zwölfminütige Kurzfilme über Nikotin- und Alkoholmissbrauch sowie illegale Drogen gedreht.

„Einen Film, den Erwachsene gemacht haben, nehmen Jugendliche doch gar nicht richtig ernst“, sagt Flora (16). Aber einen Film, der von anderen Jugendlichen stammt, schon, ergänzt die gleichaltrige Nora: „Der ist nämlich glaubhaft.“

Der erste der drei Filme – deren Entstehungsprozess die beiden IGS-Sozialpädagogen Ute Kauffmann und Ralf Schönmann begleiteten – thematisiert die legalen „Einstiegsdrogen“ (Sosnowski) Alkohol und Nikotin. Im zweiten geht es um illegale Drogen. Der dritte befasst sich mit gesellschaftspolitischen Aspekten, etwa dem Pro und Contra der Legalisierung von Cannabis oder der Frage, warum leistungssteigernde Drogen auf dem Vormarsch sind.

„Wir wollen aufklären und warnen, aber niemals mit dem erhobenen Zeigefinger drohen“, betont Sosnowski (51), der sich als ehemaliger Polytoxikomane (mehrfach Abhängiger, in seinem Fall unter anderem Alkohol, LSD, Heroin, Kokain und Amphetamine) dem Kampf gegen Drogensucht verschrieben hat.

Die Teilnahme an dem Film ist nicht Teil des Lehrplans, sondern geschieht auf Freiwilligenbasis. Die Lehrer stellten das Projekt in der neunten und zehnten Klasse vor, woraufhin acht Schülerinnen ihr Interesse bekundeten und mitmachten. „Jungs meldeten sich leider nicht“, bedauert Sosnowski. Er, die Schülerinnen und Kameramann Dohlen treffen sich einmal die Woche, Ende Mai sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Was die Schülerinnen zu dem Projekt sagen? Es sei besonders befriedigend, an einem Schul-Projekt mitzuwirken, das nicht nur der Übung dient, sondern tatsächlich etwas bewirken soll, findet Lea (15). Sie glaube, dass der Film Jugendliche erreichen wird, weil er wirklichkeitsnah zeige, „was in ihrem Leben schief gehen kann, wenn sie Drogen nehmen“, sagt Marie (16).

Einen ganz anderen, aber auch nicht unwichtigen Aspekt nennt schließlich noch Johanna (15): „Die Arbeit hat Spaß gemacht – Filmen ist cool.“   

Ab dem nächsten Schuljahr werden die drei Filme, zu einem zusammengefasst, den Schulen der Region zur Verfügung stehen. Sosnowski hofft, dass er anschließend bundesweit in den Schulen gezeigt wird.   

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