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Schütteln (fast) wie die Profis

Cocktailprobe Schütteln (fast) wie die Profis

Süß, sauer oder mit Salzrand: Cocktails gibt es in fast jeder Geschmacksrichtung. Ob mit Saft, Sekt oder Spirituosen, eines haben sie gemeinsam: Die Drinks bestehen aus mehreren Komponenten, meistens ist Alkohol enthalten. Woher der Name „Hahnenschwanz“ kommt, ist unklar, entstanden sind die Mixgetränke in Amerika. Heute gibt es hunderte von internationalen Cocktailrezepten. Allein im Göttinger „Esprit“ stehen mehr als 100 Cocktails auf der Karte. Anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Bar teilen die Profi-Mixer Ellen Tietje und Sebastian Lamprecht ihr Wissen mit Gästen. 

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Manhattan 2: Zwei Spritzer – genannt Dash – Angostura in das Mixglas geben.

Quelle: Heller

Etwas, das man im Sommer Sonntags nachmittags auf dem Balkon trinken kann, wenn man hinterher noch etwas unternehmen möchte: Den dazu passenden Cocktail wünscht sich Jacqueline Amirfallah. Die TV-Köchin ist mit ihrem Mann Wolfgang und sieben weiteren Gästen zur „Do it yourself Cocktailprobe“ ins Esprit gekommen. Vor und hinter der Bar wird sich heute geduzt. Hinter der Bar: Ellen und Basti. Vor der Bar: Neugierige, die gleich hinter die Bar und selber an den Shaker dürfen. 

Jacquelines Wunsch übersetzt Ellen in ein Getränk. „Aperol Sour“, sagt die Frau, die schon in Berliner fünf-Sterne-Grandhotels Bargäste verwöhnte. Jacqueline wechselt die Tresenseite und legt unter Anleitung los. Den kleinen Messbecher, genannt Jigger, füllt sie mit Schwung statt auf den Messsstrich zu achten. „Da erkennt man den Küchenprofi“, sagt Basti. Vier Zentiliter Aperol, Zuckersirup (1cl), Zitronen- (3cl) und ein wenig Orangensaft wandern in ein mit Eiswürfeln gefülltes Glas. „Zitronen- und Limettensaft niemals kaufen, immer selber auspressen“, empfiehlt Basti, der auch Gastronomienachwuchs an der Bar ausbildet. Metallbecher aufstecken (ein so genannter Boston-Shaker), kräftig schütteln, Metallbecher abnehmen, ins Glas auf Eiswürfel füllen – fertig. Und: Lecker. Genau das Getränk für den Balkon, das sich Jacqueline gewünscht hat. Säuerlich, etwas herb und sehr erfrischend schmeckt der Cocktail. Alle dürfen alles probieren.

Wolfgang möchte lieber rühren: „Manhatten“. Auch hierfür wird zuerst „crushed Ice“ in ein Glas gegeben. „Es ist wichtig, die Geräte zu kühlen“, erklärt Basti. Mit Eiswürfeln gekühlte Gläser: Das haben alle der knapp 30 Cocktails, die im Laufe des Abends gemixt werden, gemeinsam. Für den Manhatten wandern roter Wermut (Noilly Prat), Canadian-Club-Whiskey und zwei Spritzer Angostura (Bitterlikör) ins Glas. Der Cocktail wird gerührt, nicht geschüttelt. Klingt nach James Bond, macht aber Sinn. „Es kommt weniger Luft rein und weniger Schmelzwasser“, erklären die Barmixer. Zum Schluss wird eine Cocktailkirsche in den Kelch gesteckt. Der Jagdinstinkt von Köchin und Journalistin ist geweckt: Wer bekommt die Kirsche? Jacqueline gewinnt am Ende des Abends mit einer Kirsche Vorsprung.

Wolfgang (der zweite) und Denise erinnern sich an einen Cocktail, den sie in Los Angeles tranken. „Irgendwas mit Wodka und Zitrone“ lautet die Aufgabe, als Wolfgang hinter die Bar tritt. Ellen denkt kurz nach und gibt ihm dann Zutaten und Anleitung für seinen Drink. Wenig später ist der „Los Angeles“ fertig. „Schmeckt genau, wie im Urlaub“.

Salvatore möchte ein Getränk, das keine Bestandteile mit mehr als 14 Prozent Alkohol enthält. Sein Wunsch wird ebenso erfüllt, wie die anderen Vorstellungen der Gäste. Susanne darf ihren heißgeliebten eiskalten frozen Blaubeer-Daiquiri einmal eigenhändig durch den Mixer jagen, Thomas schüttelt sich einen Zombie, der es mächtig in sich hat, Ines möchte einen „Spritz“, Prosecco mit Aperol.  

Basti erklärt, welche Spirituosen woher stammen, was darin ist, welche Cocktails wo erfunden wurden – Bargeschichten. Pimm’s zum Beispiel. Ein Getränk, dass 1840 in England kreiert wurde, und mit Salatgurke serviert wird. Schmeckt irgendwie „very british“ und ein wenig nach Almdudler-Limonade. Nichts, was die Cocktailschüler zuhause nachschütteln möchten. 

Bei den Profis sieht Cocktailmixen immer so elegant aus. Der Selbstversuch hinter der Theke fällt deutlich grobmotorischer aus: Der Boston-Shaker hat so seine Tücken. „Zeigefinger vorne, Daumen hinten drauf“, erklärt Ellen, nachdem die von der Anfängerin im Jigger abgemessenen Bestandteile für den Mai Tai in das Glas gewandert sind. Dann will das kalte Glas irgendwie nicht aus dem Metallbecher. Aber am Ende schmeckt der eigenhändig geschüttelte Mai Tai wie aus Profihand. 

Die nächste „Do it yourself Cocktailprobe“ findet am 3. oder 4. Sonntag im Mai statt. Infos per Email unter info@cafe-bar-esprit.de.

Britta Bielefeld

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