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Schulbehörde bietet Vergleich an

Integrationsstreit Schulbehörde bietet Vergleich an

Im Streit um einen Integrationsplatz an einer weiterführenden Regelschule für ein 11-jähriges Kind hat die Landesschulbehörde der Familie aus Adelebsen einen Vergleich vorgeschlagen: Der 11-jährige Junge mit Förderbedarf im Bereich Lernen soll zunächst die vierte Grundschulklasse als Integrationskind wiederholen und im kommenden Jahr sicher einen Integrationsplatz bekommen.

Für Vater Christian Wanzek dabei besonders wichtig: Sein Sohn soll dann nicht der Groner Heinrich-Heine-Hauptschule zugewiesen werden. Das hatte die Landesschulbehörde eigentlich für das bereits begonnene Schuljahr so entschieden. Wanzek wehrte sich vehement – aus persönlichen Gründen und weil er zunächst um einen Platz an der Haupt- und Realschule in Adelebsen kämpfte. Außerdem sah er seinen Sohn gegenüber Kindern mit Integrationsplätzen an anderen wohnortnahen Schulen ungleich behandelt und drohte mit Klage. Folge der Auseinandersetzung: Auch gut eine Woche nach Schulbeginn ist sein Sohn zurzeit immer noch zuhause. „Aber nächsten Montag geht er wieder zur Grundschule in Adelebsen“, so Wanzek.

Schriftlich hat ihm die Landesschulbehörde den Kompromissvoschlag in dieser Woche zugeleitet. Darin wird auch ausdrücklich betont, dass der Elfjährige im nächsten Jahr nicht erneut der Heinrich-Heine-Schule zugewiesen wird. Die Pressesprecherin der Landesschulbehörde, Susanne Strätz, bestätigt das Vergleichsangebot. An erster Stelle stehe die optimale Beschulung und Förderung des Kindes, „aber wir wollen bei solchen Entscheidungen natürlich auch mit den Eltern zusammenarbeiten“. Ein langer Rechtsstreit helfe keinem Kind.

Vorausgegangen war zunächst Wanzeks Hoffnung, sein Kind könne einen Integrationsplatz an der Haupt- und Realschule in Adelebsen bekommen. Die Schule aber lehnte eine I-Klasse ab. Hintergrund: Stadt und Landkreis Göttingen hatten als Schulträger für neue I-Klassen im Jahrgang Fünf bereits die Haupt- und Realschulen Dransfeld und Groß Schneen, die IGS Geismar und IGS Bovenden sowie die Heinrich-Heine-Schule ausgewählt. Gegen die Heinrich-Heine-Schule wehrten sich aber auch Eltern anderer Kinder mit Behinderungen. Sie alle lobten zwar das Engagement und die Arbeit der Schule, sehen in ihrem Einzugsbereich aber ein eher ungünstiges Umfeld für die besondere Förderung ihrer bereits benachteiligten Kinder. Für drei Kinder, die zunächst der Heinrich-Heine-Schule zugewiesen waren, sind inzwischen allerdings andere Wege gefunden worden. Und mit dem Kompromiss zwischen Landesschulbehörde und Familie Wanzek kommt jetzt gar kein Kind mit besonderem Förderbedarf an die Groner Schule.

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