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Schulungen zur Palliativpflege: Göttinger Diakonie-Projekt

Fortbildungen Schulungen zur Palliativpflege: Göttinger Diakonie-Projekt

Seit drei Jahren ermöglicht ein Diakonie-Projekt Schulungen von Altenheim-Mitarbeitern im Bereich der palliativen Versorgung. Die Fortbildungen sollen dazu beitragen, dass sterbende Menschen in den Einrichtungen möglichst professionell begleitet werden.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Die Schulungen erfolgten landesweit, erklärt Pastorin Christa Gerts-Isermeyer vom Diakonischen Werk Niedersachsen. Bis Ende des Jahres sollen rund 340 Pflegerinnen und Pfleger in knapp 50 Einrichtungen geschult sein. In der Region Göttingen hätten sich zehn Einrichtungen beteiligt, denen eine Vorreiterfunktion zugekommen sei.

Rund ein Drittel der Menschen in Deutschland sterbe in Altenheimen, so die Pastorin. Diesen Menschen solle durch eine gute Pflege und eine gute Schmerzbehandlung eine würdevolle letzte Zeit ermöglicht werden.

Zum Projekt gehört, dass nach den Schulungen Palliativ-Care-Teams in den Altenheimen gebildet werden. Palliativ-Care-Beauftragte sollen zudem in den Einrichtungen Wissen an alle Mitarbeiter weitergeben.

Das Thema Sterbebegleitung sei für die Heime nichts ganz Neues, sagt Barbara Spoden, Pflegedienstleiterin im Matthias-Claudius-Stift in Göttingen. Durch das Projekt werde das Thema aber auf eine professionellere Ebene gehoben. Die Bewohner wollten vielfach zum Sterben nicht noch einmal vom Altenheim in eine andere Einrichtung verlegt werden. Durch Informationen und eine gute palliative Versorgung könnten Sterbenden und auch ihren Angehörigen viele Ängste genommen werden, meint Pflegehelfer Marco Neumann vom Claudius-Stift.

Wichtige Vernetzung

In Göttingen sei die Vernetzung mit dem Hospizbereich wichtig, erklärt Ulrike Nelde, Leiterin des Altenheims Alt-Bethlehem. Mittlerweile kämen ambulante Hospizdienste zur Unterstützung auch in die Altenheime. Die palliative Weiterbildung stärke die Pflegerinnen und Pfleger darin, die Bedürfnisse und Signale der Sterbenden zu achten statt nur schematisch zu pflegen, meint Sabine Henne, Pflegedienstleiterin des Zentrums für ältere Menschen in Grone.

Es sei wichtig, dass die Bewohner in der letzten Lebensphase ihre Autonomie behielten und bis zum Schluss so leben könnten, wie sie es wünschen, ergänzt Gerts-Isermeyer. Wichtig sei darüber hinaus, auch den Angehörigen Sicherheit zu vermitteln, sagt Waltraud Stietz, Leiterin des Feierabendhauses in Göttingen.

Regelmäßige Teamsitzungen

Man treffe sich regelmäßig im Team, um zu besprechen, welcher Bewohner welche Palliativpflege benötige, sagt Kerstin Leidicke vom Altenheim der Inneren Mission in Northeim. Bislang sei die Entwicklung der Palliativversorgung allerdings allein vom Engagement der Einrichtungen abhängig, kritisiert Robert Wehr, Leiter des Altenheims.

Er forderte, die Politik müsse grundsätzlich die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das Thema Palliativversorgung auch im Personalschlüssel verankert wird. „Wir brauchen eine Bürgerbewegung für ältere Menschen“, ergänzt Gerts-Isermeyer. Die Diakonie in Niedersachsen investiere 500 000 Euro in das Projekt, das bis 2018 niedersachsenweit laufen solle.

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