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Schutz für Wäldchen?

Umwelt Schutz für Wäldchen?

Ein Wald am Kiessee sorgt für Wirbel. Der Umweltaus­schuss sollte sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Gelände befassen. Die Piraten- und Partei-Ratsgruppe, die FDP-Fraktion, die Linke-Fraktion und Ratsherr Torsten Wucherpfennig beantragen die Ausweisung als Geschützter Landschaftsbestandteil.

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Der Wald westlich des Kiessees.

Quelle: PEK

Göttingen. Die Debatte darüber wurde verschoben. Nächste Gelegenheit ist die Sitzung des Ausschusses am Dienstag, 28. November, um 17 Uhr. Schon in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität stand der Antrag auf der Tagesordnung. Er wurde allerdings mit Hinweis auf Beratungsbedarf verschoben. Die Antragsteller wollen das Wäldchen per Satzungsbeschluss schützen. Die Infrastruktur, einige Trampelpfade, soll aufgelöst und die Sitzbänke am Waldrand sollen abmontiert werden. „Die aus Sträuchern bestehende Waldstruktur“ soll wiederhergestellt werden. Denn: „Das Gebiet dient der Naturentwicklung, nicht der Naherholung“, steht in dem Antrag zu lesen. Rund 20 Prozent der Fläche gehöre zur Gemeinde Rosdorf und soll in den Schutz einbezogen werden. Schließlich fordern die Antragsteller eine Beschilderung, die über den neuen Status informiert und auf das Betretungsverbot hinweist.

Die Vorgeschichte

Auslöser der Debatte waren Gehölzpflegearbeiten, die die Stadtverwaltung im Frühjahr in dem Wäldchen hatte ausführen lassen. Der Arbeitskreis Göttinger Ornithologen hatte dies kritisiert und angeprangert, die Verwaltungsmitarbeiter hätten „in diese Idylle Schneisen der Verwüstung geschlagen“. Aus Sicht des Natur- und Artenschutzes sei „die ganze Aktion überflüssig und von horrender Sinnlosigkeit“. Der Ascherberg sei Heimat von bis zu 35 Brutvogelarten mit knapp 100 Paaren. Die Stadtverwaltung reagierte mit Verwunderung auf die Kritik. Die Maßnahmen seien mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt und der Arbeitskreis wie auch die Öffentlichkeit im Vorfeld informiert worden.

Den Grünen-Ratsfraktion geht den Antrag zu weit. Sie reichten einen Änderungsantrag ein. Ihre Forderung: Die Infrastruktur solle erhalten bleiben. Zu streichen sei der Passus, dass das Gebiet der Naturentwicklung diene, nicht der Naherholung im Areal selbst. Auch der Hinweis auf das Betretungsverbot solle entfernt werden,denn die Bewohner des Leinebergs sollen weiterhin durch das Wäldchen zum Kiessee gelangen können. Dies war im Jahr 2012 beschlossen worden als Ausgleich für ein Waldstück, das dem Bau der Gebäude für den offenen Jugendvollzug zum Opfer fiel.

Die SPD-Ratsfraktion hingegen lehnt den Antrag komplett ab. Sie spricht sich gegen verschärfte Naturschutzauflagen am Kiessee aus. Die Freizeit- und Erholungsnutzung müsse am Kiessee erhalten bleiben. Ein Betretungsverbot zu verlangen, sei „schlichtweg Unfug“. Richtig sei, so die Fraktion, dass der Bereich aus Naturschutzsicht wichtig sei. Doch habe sich der Ascherberg in den vergangenen Jahren trotz der Vielzahl an Erholungssuchenden sehr gut im Sinne des Naturschutzes entwickelt.

Von Peter Krüger-Lenz

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