Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Schwarzes Brautkleid und Wegezoll

Sonderausstellung Schwarzes Brautkleid und Wegezoll

„Schleier und Brautstrauß. Heiraten und Hochzeitsbräuche früher und heute“ lautet der Titel der neuen Sonderausstellung im Steinarbeitermuseum Adelebsen, die am morgigen Sonntag eröffnet wird. Zu sehen sind unter anderem alte Brautkleider und Hochzeitsfotos.

Voriger Artikel
Brand eines Wohnhauses in Delliehausen bei Uslar
Nächster Artikel
Obstbäume stehen in voller Blütenpracht

Schlichte Eleganz: Brautschuhe aus dem Jahr 1952.

Quelle: Christina Hinzmann

Ein Hauptstück der Ausstellung ist ein schwarzes Brautkleid aus der Zeit um 1820. Das Kleid wurde, wie die anderen Exponate in den zwei Räumen auch, von Privatpersonen aus der Region zur Verfügung gestellt. Zu sehen sind außerdem Brautkleider, Hochzeitsgeschirr, Brautschuhe, Stammbücher, eine Aussteuertruhe und alte Hochzeitsfotos. Zur Eröffnung werden zwei Hochzeitskutschen präsentiert, darunter die von Graf Peter Wolff Metternich.

Die alten Hochzeitsfotos geben einen Einblick, wie früher geheiratet wurde. So ist eine Hochzeitsgesellschaft zu sehen, die in Wibbecke in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine unbefestigte Straße entlangschreitet. In begleitenden Texten wird zudem an den „Hochzeitsmarkt Bramburg“ erinnert. Auf der Bramburg bei Adelebsen bauten nach dem Zweiten Weltkrieg etwa 200 junge deutsche Kriegsgefangene unter englischer Aufsicht Basalt ab. Es gab aber zu dieser Zeit auch Tanzvergnügen auf der Lust im Bereich der Unteren Bramburg – mehr als 30 Ehen gingen im Verlauf der Zeit aus diesem „Heiratsmarkt“ hervor.

Harry Obermann heiratet am 11. Juli 1947 seine Frau Ursel – das Brautkleid war aus Fallschirmseide. Für die Trauringe waren neben Geld auch eine Zuchthäsin, Kartoffeln und Gemüse fällig. Vor allem aber: Die Braut und ihr Vater erhielten erst 131 Tage später eine Zuzugsgenehmigung nach Lödingsen.

Darüber hinaus wird in der Ausstellung an

Hochzeitsbräuche wie das Streuen von Blumen, das Durchsägen eines Baumstammes oder das Pfennigsammeln für die Brautschuhe erinnert. Ein Brauch, der heute ein bisschen aus der Mode gekommen ist, war auch, dass Kinder früher dem Brautpaar auf dem Weg von der Trauung zur Feier mit einem Seil den Weg versperrten und Wegzoll verlangt – in Form von Kleingeld oder Bonbons. Ein anderer Brauch war, aus dem Hochzeitskleid oder dem Schleier später das Taufkleid für das Kind zu nähen.

Die Ausstellung im Steinarbeitermuseum Adelebsen, Kirchweg 8, wird am Sonntag, 19. April, um 14 Uhr eröffnet. Sie ist bis Anfang Oktober sonntags von 15 bis 17.30 Uhr geöffnet. Gruppen können Termine unter Telefon 05506/7801 vereinbaren.

                                                                                                            Von Jörn Barke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Bundestagswahl: Die Kandidaten im Netz