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Schweigen über Todesursache

Mord an Studentin Schweigen über Todesursache

Nach dem Mord an einer israelischen Studentin in einem Wohnheim am Christophorusweg fahndet die Polizei weiter nach dem Täter. Zwar ist die Todesursache nach Abschluss der Obduktion bekannt, die Ermittler wollen das Ergebnis aber auch weiterhin „aus ermittlungstaktischen Gründen“ vorerst nicht bekanntgeben.

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Im Wohnheim: Zeichen der Anteilnahme.

Quelle: Heller

Göttingen. Die 26-jährige Medizinstudentin war am Mittwochnachmittag tot in ihrer Wohnung im sechsten Stock der Hochhaus-Wohnanlage gefunden worden, nachdem sich Freunde und Bekannte gewundert hatten, dass die Frau auf Kontaktversuche nicht reagierte. Die Israelin war vor dreieinhalb Jahren zum Studieren nach Deutschland gekommen.

Mittlerweile sei die Spurensicherung abgeschlossen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Andreas Buick. Die Proben aus der Wohnung der jungen Frau seien zur Untersuchung an das Landeskriminalamt nach Hannover geschickt worden. Mit ersten Ergebnissen sei nicht vor dem Ende der Feiertage zu rechnen.

Zur Aufklärung der Gewalttat hat die Polizei eine 25-köpfige Mordkommission eingerichtet. Zurzeit befragt die Menschen im persönlichen Umfeld der Studentin, die von Freunden als liebenswert und lebensfroh beschrieben wird.

Hinweise auf einen Raubmord oder ein Sexualdelikt gibt es auch am dritten Tag der Ermittlungen nicht. Auch einen fremdenfeindlichen Hintergrund schließen die Ermittler derzeit aus. Wahrscheinlich ist nach wie vor, dass das Opfer ihren Mörder gekannt hat: Die Wohnungstür wies keine Aufbruchsspuren auf, und die Wohnung war nicht verwüstet. Auch konnte nicht festgestellt werden, dass Gegenstände aus der Wohnung fehlten.

Unterdessen hat die Universität Göttingen ihre tiefe Betroffenheit über den Tod der jungen Frau ausgedrückt. Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel sprach den Angehörigen und Freunden ihr vollstes Mitgefühl aus: „Unsere Gedanken sind bei der Familie der jungen Frau, ihren Freunden und Kommilitonen, denen wir in dieser schweren Zeit viel Kraft wünschen.“

Der gewaltsame Tod der Studentin ist der dritte Mord in Göttingen im noch laufenden Jahr. Zu Jahresbeginn starb in einem Mietskomplex auf dem Holtenser Berg eine Frau durch einen Pistolenschuss – eine Beziehungstat. Im Februar wurde auf dem Leineberg ein Mann aus der Drogenszene von einem Bekannten umgebracht.

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Foto: Am Mittwoch ist im Christophorusweg eine 26-jährige Medizinstudentin ermordert worden.

Grausame Gewalttat in einem Wohnkomplex in der Nähe der Robert-Koch-Straße: Vermutlich zu Beginn der laufenden Woche ist eine israelische Medizinstudentin der Göttinger Universität ermordet worden.

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GT-Redakteur/in Matthias Heinzel

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