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Schweinegrippe zurück in Göttingen

Influenza-Saison hat begonnen Schweinegrippe zurück in Göttingen

Die Grippewelle in Niedersachsen rollt: Das hat der Landesgesundheitsamt (NLGA)mitgeteilt. „Vor einer Woche hat es schlagartig begonnen“, bestätigt auch Birger Kolb, Allgemeinmediziner in Göttingen. In seiner Praxis hat er die Infektwelle deutlich zu spüren bekommen.

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Helmut Eiffert

Quelle: EF

Aber: „Die meisten Patienten hatten eine eher moderaten Verlauf“. Dennoch empfiehlt er, vor allem für Risikogruppen wie Senioren oder chronisch Kranken, eine Schutzimpfung.

 
Das NLGA hat in der vergangenen Woche in mehr als 23 Prozent der untersuchten Proben aus niedersächsischen Arztpraxen Influenzaviren nachgewiesen. Auch der Krankenstand in den Kindertageseinrichtungen sei deutlich angestiegen. Diese Werte, so erklärt der Göttinger Professor und Infektiologe am Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universitätsmedizin (UMG), Helmut Eiffert, werden auch in Göttingen ermittelt. Landesweit gebe es rund 40 Praxen und etwa 308 Kindertagesstätten, deren Grippe-Verdachtsproben genommen und dann genau untersucht werden. In Göttingen sind zwei Arztpraxen dabei. Das NLGA berichtet von einer „hohen bis sehr hohen“ Aktivität der so genanten „akuten respiratorischen Erkrankungen, also von Atemwegsinfektionen.  Im Landkreis Göttingen ist laut dem aktuellen Bericht die Grippe-Aktivität „mittel“, im Landkreis Osterode „sehr hoch“.

 
Auch in der Praxis Henke und Heilbreder in Göttingen werden bereits seit einigen Wochen viele Patienten mit Grippesymptomen behandelt. „Auch Impfungen werden nachgefragt“, sagt Mitarbeiterin Ria Konkat. „Das Virus, das zurzeit die meisten Infektionen verursacht, ist das H1N1-Virus, das im Jahr 2009 als Schweinegrippe bekannt wurde“, erklärt Eiffert. In rund 49 Prozent aller analysierten Fälle im Land sei dieses Virus nachgewiesen worden. In nur rund vier Prozent der Fälle war das saisonale H3N2-Virus und in 11 Prozent ein Influenza-B-Virus für die Infektion verantwortlich. Die restlichen Viren-Untergruppen wurden nicht näher differenziert.  Seit Mitte Januar, so Eiffert, steigen die  Infektionszahlen in Göttingen stark an. Vier Grippepatienten habe er bereits in der UMG stationär behandelt, die Grippe sei aber nicht bedrohlich verlaufen. Eher ungewöhnlich sei, dass keiner der Patienten älter als 60 Jahre war. Eiffert empfiehlt dennoch vor allem Senioren, chronisch Kranken und Schwangeren, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. „Es steht ausreichend Impfstoff zur Verfügung“, sagt der Wissenschaftler. Auch Menschen, die viel mit anderen Menschen in Kontakt kommen, beispielsweise in der Flüchtlingsbetreuung oder in Seniorenheimen, rät er „dringend“ zur Impfung.

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