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Schweizer Urenkel besuchen Ahnen-Büste

Moritz Heyne Schweizer Urenkel besuchen Ahnen-Büste

Ohne Moritz Heyne gäbe es kein Städtisches Museum Göttingen – zumindest nicht in seiner gegenwärtigen Form. Aber auch in Basel war Heyne tätig und Ehrenbürger. Drei seiner Urenkel sind nun von Basel nach Göttingen gekommen und haben im Stadtmuseum nach den Spuren ihres Vorfahren gesucht.

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V.l.: Philipp Stauffer, Isabel Stauffer und Christina Heyne mit Museumsleiter Dr. Ernst Böhme.

Quelle: Heller

Göttingen. Sie steht gleich neben dem „echten“ Gänseliesel im Eingangsbereich des Göttinger Stadtmuseums: die Büste des schnauzbärtigen Germanisten und Historikers Moritz Heyne (1837 bis 1906), „Vater des Stadtmuseums“. Dass diese weißen Büsten längst verstorbener Personen auch heute noch sehr lebendig sein können, beweist der Heyne. Denn er bekam Familienbesuch.

Erster Gang ins Museum

Für die Geschwister Philipp und Isabel Stauffer sowie Christina Heyne – allesamt Urenkel von Moritz Heyne – war der Gang ins Städtische Museum der erste unmittelbar nach ihrer Ankunft. „Wir haben viele Familiendokumente im Besitz, darunter auch Briefe, die bis ins 17. Jahrhundert zurückgehen“, erzählt Isabel Stauffer.

Von den Eltern wussten sie auch, dass in Göttingen die Büste von Heyne steht. „Wir wollten seit Jahren herfahren und sie uns anschauen. Es ist auch spannend, in Basel nach Heyne zu suchen, aber wir haben jetzt erst einmal in Göttingen begonnen.“

„Unser Großvater, der auch Wissenschaftler war, hat uns immer wieder von unserem Vorfahren erzählt“, ergänzt Philipp Stauffer. „Und wir versuchen jetzt, das Erbe zu bewahren und aufzuarbeiten.“ Urenkelin Christina Heyne, die Cousine von Philipp und Isabel, wandelt biografisch selbst ein wenig in den Fußstapfen von Moritz Heyne: Der Vater war Germanist, „ich bin Übersetzerin und als Lektorin bei der Neuen Zürcher Zeitung tätig.“ Für drei Tage wollen die Gäste in Göttingen bleiben.

Sehr ungewöhnlich

Im Übrigen waren Moritz Heyne und Oberbürgermeister Gerg Merkel ihrer Zeit weit voraus, als sie 1889 das Museum eröffneten. „Das Museum war ein Kooperationsprojekt zwischen Universität und Stadt“, so Ernst Böhme. „Das ist für die damalige Zeit in Deutschland sehr ungewöhnlich.“ Und auch heute alles andere als selbstverständlich: Die Öffnung der Universität gegenüber Stadt, Region und Wirtschaft, die sich derzeit unter Präsidentin Ulrike Beisiegel vollzieht, wird durchaus noch als etwas „Neues“ begrüßt.

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