Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Begegnung statt Isolation

Zum Schüleraustausch in den Iran Begegnung statt Isolation

Es ist ein seltener und ungewöhnlicher Schüleraustausch: Sechs Schülerinnen vom Göttinger Hainberg-Gymnasium reisen an diesem Sonnabend für zwei Wochen in den Iran. Sie werden in iranischen Familien leben, Ende Oktober  folgt der Gegenbesuch ihrer Austauschschüler.

Voriger Artikel
Neubau für Flüchtlinge am Hagenweg
Nächster Artikel
Redeschlacht vor der Parteijugend

Fahren in den Iran: Paula, Franziska, Nadescha, Anusha, Svea und Jina (von links).

Quelle: R

Göttingen. „Wir kennen die Berichte über die Situation der Menschenrechte im Iran und wir wissen um die hohen Hinrichtungszahlen und grausamem Körperstrafen“, räumt Svea Venus ein. „Wir kennen auch die israelverachtenden Äußerungen iranischer Politiker, die permanente Bedrohung für  Andersdenkende und die Benachteiligung von Frauen im Iran, fügt die Schülerin an. Die Gruppe sei aber auch froh und dankbar, dass das Regime diesen Austausch überhaupt ermöglicht. 

Venus bricht am Sonnabend mit Paula, Franziska, Nadescha, Anusha, Svea und Jina  nach Theheran auf. Zwischen 16 und 18 Jahre alt sind die jungen Frauen. Sie sehen in ihrer Reise eine Unterstützung der gemäßigten Kräfte im Iran. Und sie sind überzeugt, dass gegenseitiges Kennenlernen und Gespräche eher zu einer Veränderung führen werden, als die Isolation eines menschenverachtenden Landes.

Zum gegenseitigen Kennenlernen gehöre auch, die Iraner keinesfalls auf das Verhalten ihrer menschenfeindlichen Regierung zu reduzieren und die menschlichen Erlebnisse klar von den politischen Umständen zu trennen, so Venus. Bei ihrem Austausch wollen die Göttingerinnen die dort lebenden Menschen, ihre Kultur und die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort persönlich kennen lernen.

Dazu werden sie fast zwei Wochen lang in iranischen Gastfamilien leben und mit ihren Gastgeschwistern zur Schule gehen. Die letzten drei Tage sind für einen Aufenthalt in Isfahan vorgesehen – mit Übernachtung in einem Hostel.

Auf den Austausch haben sich die Schülerinnen der UNESCO-Projektschule intensiv vorbereitet. Gefördert wird die Jugendbegegnung vom Pädagogischen Austauschdienst. Begleitet werden von einem Iranexperten, Lehrer reisen nicht mit. 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Thema des Tages: Steinträume aus der Toskana