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Seepferdchen: Badeparadies Göttingen akzeptiert keine Fünfjährigen

"Den Kindern zuliebe" Seepferdchen: Badeparadies Göttingen akzeptiert keine Fünfjährigen

Dass Kinder schwimmen lernen, ist sicherlich wichtig. Schwieriger ist für Eltern die Frage, wann mit dem Unterricht begonnen werden sollte und wie hoch die Intensität sein darf. Schwimmmeister Rolf Nietzold plädiert für Geduld, damit das Seepferdchen für junge Schwimmer nicht zur Enttäuschung wird.

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Quelle: Heller (Symbolfoto)

Göttingen. Eine Tageblatt-Leserin hat sich in einem Leserbrief enttäuscht darüber gezeigt, dass ihr fünfjähriger Enkel nicht zu einem Schwimmkurs im Badeparadies Eiswiese zugelassen wurde. Nietzold wirbt dafür um Verständnis: „Wir tun das den Kindern zuliebe, die sind nach zehn Tagen am Stück einfach total erschöpft.“

Die zeitliche Konzentration des Kurses auf zehn Tage habe im Badeparadies daher in der Vergangenheit zu einer sehr hohen Durchfallquote bei fünfjährigen Kindern geführt. „Diese Kinder, und häufig auch die Eltern, sind am Ende eines Kurses enttäuscht und für längere Zeit demotiviert“, so Nietzold. Weshalb Fünfjährige mittlerweile nur bei nachgewiesener besonderer Tauglichkeit akzeptiert würden.  Die Prüfung zum Seepferdchen erfordert einen Sprung vom Beckenrand und das Schwimmen über eine Distanz von 25 Metern. Außerdem muss ein Gegenstand mit den Händen aus schultertiefem Wasser heraufgeholt werden.

Obwohl diese Anforderungen in der Eiswiese fast nur noch Kinder absolvieren, die sechs Jahre oder älter sind, liege die Durchfallquote bei immer noch 50 Prozent. Abgesehen von dieser Prüfung begrüßt es Nietzold aber, wenn sich Erwachsene möglichst früh um die Wassererziehung ihrer Kinder kümmern. „Man sollte sie so früh wie möglich ans Wasser gewöhnen.“  Eine andere Möglichkeit besteht darin, Kinder unter sechs Jahren einen Kurs besuchen zu lassen, der weniger komprimiert ist. Dafür bietet beispielsweise der Turn- und Wassersportverein von 1861 Kurse an, der den Erwerb des Seepferdchens in acht oder sechzehn Wochen anstrebt.

Das Training findet also nur ein- oder zweimal in der Woche statt – und ist auch für Fünfjährige gedacht. In den Sommerferien werden zudem auch Intensivkurse angeboten. Sportkoordinatorin Anna-Christine Grüne kann die Entscheidung des Badeparadieses nachvollziehen: „Aus Erfahrung tun sich die Fünfjährigen hier sehr schwer“, meint Grüne hinsichtlich des Kompaktkurses. Bei den längeren Schwimmkursen habe sie bessere Erfahrungen gemacht: „Die meisten schaffen es.“ Und wenn nicht, sei eine Verlängerung problemlos möglich. 

jr

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