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„Sehr vernünftige“ Vorschläge für Innenstadt

Innenstadtkonferenz „Sehr vernünftige“ Vorschläge für Innenstadt

Nirgendwo sonst prallen so verschiedene Meinungen und Wünsche zur richtigen Gestaltung und Nutzung aufeinander, wie in der Göttingen Innenstadt. Folgerichtig ist auf der zweiten Innenstadtkonfernz am Wochenende kontrovers und leidenschaftlich über langfristige Entwicklung der City diskutiert worden.

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Göttinger Innenstadt: 16 Orte, auf der Karte gelb eingefärbt, stehen im Blick der Bauverwaltung.

Quelle: Stadt Göttingen

Rund 120 Göttinger nahmen an der Konferenz teil und haben Wünsche formuliert und Verbesserungsvorschläge für die Innenstadt erarbeitet. Von den 120 Teilnehmern waren rund 40 Anwohner in der Innenstadt, 17 Innenstadthändler und zwölf Besitzer von City-Immobilien. In neun Gruppen haben sie auf Grundlage der von der Stadt vorgelegten Konzepte über die verschiedenen Innenstadtthemen diskutiert. Etwa darüber, wie die Fußgängerzone besser gestaltet werden kann, wie viel Busverkehr die Innenstadt verträgt oder darüber, wie die Grünanlage Wall besser zur Geltung kommen kann. Es wurde unter anderem der Wunsch geäußert, den Platz vor der Johanniskirche möglichst schnell umzugestalten, Aufenthaltsmöglichkeiten in der City zu verbessern oder sich gemeinsam mit der Universität Gedanken über die Nachnutzung der ehemaligen Mensa am Wilhelmsplatz zu machen.

Baudezernent Thomas Dienberg wertet die Konferenz als Erfolg. Bei den erarbeiteten Vorschlägen und Anregungen seien „sehr vernünftige Sachen“ dabei gewesen. Diese werden nun in den Entwurf zum Innenstadtleitbild einfließen. Darüber entscheiden dann die politischen Gremien. Dienbergs Ziel ist ein endgültiger Beschluss noch vor der Sommerpause. Zudem kündigte er an, dass die Ergebnisse der zweiten Innenstadtkonferenz auch auf der Internetseite der Stadt unter www.goettingen.de veröffentlicht werden sollen.

Dienberg machte aber auch deutlich, dass es sich bei dem Leitbild um eine „sehr langfristige“ Planung handele. So hätten die gemachten Vorschläge zur Nutzung des Stadtbadareals keine Auswirkungen mehr. „Da sind wir in der Wirklichkeit weiter. Das Leitbild hält unser derzeitiges Tagesgeschäft nicht auf.“ Aus den Arbeitgruppen war der Vorschlag gekommen, das Gelände komplett als Grünfläche zu nutzen.

Zur Konferenz hat die Stadt auch einen Plan der Innenstadt vorgestellt. 16 Orte sind darauf verzeichnet. Für einige gibt es schon ganz konkrete Plänen zur Umgestaltung, für andere gibt es zumindest erste Überlegungen. Zu den konkreten Projekten gehören etwa die Neubebauung des Stadtbadareals oder die Sanierung der Weender Straße. Dargestellt sind auch Konzepte zur Nutzung der Kommende oder zum Bau neuer Wohnungen am Leinekanal.

Von Michael Brakemeier

Erfolgreich

Michael Brakemeier

Quelle:

120 von von 120 000. Gerade einmal 0,1 Prozent der Göttinger haben an der zweiten Innenstadtkonferenz teilgenommen. Gemessen an der Einwohnerzahl Göttingens war die Beteiligung an der Veranstaltung am Wochenende in der Tat gering. Im Vergleich zu ähnlichen Veranstaltungen, in denen es um die Zukunft der Stadt geht, muss die Konferenz aber zunächst als Erfolg gewertet werden. Ob sie dieser Bewertung aber auch in Zukunft standhält, zeigt sich erst, wenn das überarbeitete Innenstadtleitbild vorliegt und deutlich wird, was von den vielen kreativen, guten und richtigen Vorschlägen der Konferenzteilnehmer sich tatsächlich darin wiederfindet. Jetzt liegt es an der Verwaltung und Politik ebenso kreativ wie zuvor die Bürger mit den erarbeiteten Vorschlägen umzugehen.
Als weiterer wichtiger Schritt für die langfristige Gestaltung der Innenstadt kann die Ankündigung von Stadtbaurat Thomas Dienberg gewertet werden, die Arbeit des Innenstadtbeirates fortzuführen. Wenn dessen Arbeit denn Beachtung geschenkt wird.

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