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Seit 30 Jahren gibt es die Göttinger Aids-Hilfe

Aids: Starker Rückgang der Todesfälle Seit 30 Jahren gibt es die Göttinger Aids-Hilfe

30  Jahre gibt es die Göttinger Aids-Hilfe. 30 Jahre, in denen sich nicht nur der gesellschaftliche Umgang mit HIV-Positiven, sondern auch das Leben mit der Krankheit Aids komplett verändert haben.

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30  Jahre gibt es die Göttinger Aids-Hilfe. 30 Jahre, in denen sich nicht nur der gesellschaftliche Umgang mit HIV-Positiven, sondern auch das Leben mit der Krankheit Aids komplett verändert haben.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Aids ist die Folge einer unbehandelten HIV-Infektion. Eine Therapie kann die Ausbreitung des Virus im Körper stoppen und Aids dauerhaft verhindern“, erklärt Jörg Lühmann.

Er ist Geschäftsführer der Göttinger Aids-Hilfe und erzählt von den Veränderungen im Umgang mit der Erkrankung.  Mit „Panik, Angst und Verunsicherung“ beschreibt er den gesellschaftlichen Umgang mit Aids. Das war Anfang der 1980er-Jahre. Diese Zeit war geprägt von politischen Kontroversen über den Umgang mit Aids, von befürchteten Hexenjagten  auf schwule Männer – bis zu Beginn der 1990er-Jahre.

„Da fing das große Sterben an“, sagt Lühmann. Von schrecklichen Jahren, in denen zwölf bis 15 HIV-positive Menschen in Göttingen an Aids starben, berichtet er. In den vergangenen Jahren ist die Zahl auf ein bis zwei gesunken. Grund für den starken Rückgang der Todesfälle von HIV-Positiven ist die antiretrovirale Therapie, die es seit 2006 gibt.

Sie verhindert im Körper eines HIV-positiven Menschen die Vermehrung des Virus. Nach einiger Zeit sei bei einer gut wirksamen Therapie im Blut kein HIV mehr nachweisbar und eine Übertragung praktisch ausgeschlossen, wie die Vertreter der Göttinger Aids-Hilfe erklären.

Die Göttinger Aids-Hilfe setzt auf Beratung, Begleitung und Prävention. „Die meisten HIV-Positiven haben erst Todesangst. Ihr Zukunftsbild bricht zusammen, und es braucht Zeit, das wieder aufzubauen“, erzählt Caroline Herberhold. „Wir kämpfen weiterhin gegen die Stigmatisierung von HIV-Positiven“, berichtet Kollegin Simone Kamin.

Im medizinischen Bereich sei die Diskriminierung besonders groß. So habe eine Zahnarztpraxis einen HIV-positiven Mann erst als letzten Praxisbesucher behandeln wollen, um die Praxis über Nacht vollständig desinfizieren zu können. „Standardhygienemaßnahmen reichen vollkommen aus, um jegliche HIV-Infektionsrisiken auszuschließen“, erklärt Kamin. Mit gynäkologischen Facharztpraxen und Altenheimen habe die Göttinger Aids-Hilfe ähnliche Erfahrungen gemacht und leiste vor Ort viel Aufklärungsarbeit.

Die Aids-Hilfe will künftig versuchen, auch Menschen zu erreichen, die bisher durch das Aufklärungsnetz gefallen sind: Das sind unter anderem Paare in vermeintlich monogamen Beziehungen und Flüchtlinge, mit denen präventiv in  Workshops gearbeitet wird.

Von Katrin Westphal

 

Eine Fotoausstellung mit dem Thema „Lebens-Liebes-Geschichten“ zeigt die Göttinger Aids-Hilfe zu ihrem 30-jährigen Bestehen. Caroline Herberhold hat als Fotografin persönliche und berührende Momente eingefangen, in die Bilder wurden berührende Aussagen, Botschaften und kleine Geschichten integriert. Die Ausstellung ist bis Sonnabend, 14. November, mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr und sonnabends von 11 bis 14 Uhr in der Galerie Apex, Burgstraße 46, zu sehen. Kontakt zur Aifs-Hilfe: im Internet unter goettingen.aidshilfe.de oder unter Telefon  0551/43735.
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