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"An die Wand gesprochen"

Prozess wegen Notrufmissbrauch "An die Wand gesprochen"

Im Landgericht ist der Prozess gegen einen 53-Jährigen fortgesetzt worden, der immer wieder den Notruf der Polizei missbraucht und in Supermärkten für Krawall gesorgt hat. Im Neukauf drohte er laut Anklage am 19. Oktober 2015 dem Personal, das ein Hausverbot durchsetzen wollte, mit einem Küchenmesser. Er gab sich dabei als "Reichsadler" aus.

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Göttingen. Hilfreichster Zeuge war ein 23-jähriger Soldat, damals Praktikant bei der Polizei. Es war sein erster Einsatz solcher Art. Entsprechend genau erinnerte er sich. Kollegen hatten den Mann, der verwirrt wirkte und sich als "Reichsadler" und "Besitzer des Grundstücks" ausgab, bereits "an die Wand gesprochen". Was das bedeuten soll, wollten die Richter wissen. "Das Gewaltloseste, was man als Polizist machen kann." Nur mit Worten war es gelungen, den Verwirrten zum Stillhalten zu bewegen, um ihm Handschellen anzulegen.

So einfach war das nicht immer. In einem anderen Markt in der Fußgängerzone, so ein Kaufhausdetektiv als Zeuge, habe der 53-Jährige um sich geschlagen, als er angesprochen wurde. Zuvor habe er eine Kundin als Diebin beschimpft, die mit einem Schälchen Erdbeeren auf dem Weg zur Kasse war. Selber griff er dann in das Schälchen, steckte sich drei, vier Beeren in den Mund und wollte flüchten. Als er aufgehalten werden sollte, wurde er rabiat.

So reagiert er auch auf fast jede Zeugenaussage: "Alles Lüge!", "der lügt doch wie gedruckt!", habe ich nie gemacht!" - alles kommentiert der Angelagte laut und aggressiv. Das Gericht lässt ihn gewähren; der psychiatrische Sachverständige im Saal zieht seine Schlüsse daraus. Am Dienstag soll er gehört werden, ob der Angeklagte eine Gefahr für die Allgemeinheit ist und deshalb dauerhaft in die Psychiatrie muss.

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