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Seltene Fotos von schweren Unfällen auf Göttinger Modellbörse

Meldehäuschen für Lkw-Unfälle Seltene Fotos von schweren Unfällen auf Göttinger Modellbörse

Mit einem besonderen Thema wartet die Göttinger Modellbörse am Sonntag, 26. April, auf: "Auf Abwegen" heißt die Bilder- und Modellschau, die sich mit Lastwagenunfällen in der Region befasst.

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Quelle: EF

Göttingen. Die Bilder stammen samt und sonders aus dem ersten Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Abschleppfirma Körner nicht nur massenweise Unfall-Lkw barg, sondern das auch gleich mit der Kamera dokumentierte. Zu tun gab es reichlich: In der Nachkriegszeit war viel aufzubauen und zu bewegen, und überall fehlte geeignetes Gerät. Der Zustand der Straßen und der Technik ließen Fahrzeuge - insbesondere überladenene Lastwagen mit abgefahrenen Reifen und mangelhaften Bremsen - immer wieder auf Abwege geraten, vor allem im Winter. Die oftmals aus altem Wehrmachtsgerät notdürftig umgebauten Bergungsfahrzeuge waren bald überfordert. Die wenig gesicherte Ladung oder was davon übrigblieb, musste mühselig per Hand eingesammelt werden

Auch bei der Feuerwehr Göttingen war nach dem 2. Weltkrieg das erste Bergungsfahrzeug eine Halbketten-Zugmaschine der Wehrmacht. Allerdings war der Einsatz dieses Zwitters aus Lkw und Panzer zur Bergung oder Hilfeleistung in den Landkreis wenig sinnvoll - zu schwer zu bedienen und extremer Treibstoffverbrauch.

Die Brüder Helmut und Theodor Körner übernahmen nach dem Krieg von ihrem Vater Walter Körner ein Abschleppunternehmen - mit einem umgebauten alten Renault-Militär-Lkw mit Holzvergaser. Es folgte ein von Amerikanern in Eigenregie umgebauter Dodge WC 52 und dann ein für Bergung und Abschleppdienste angepasster amerikanischer General Motors Funk-LKW. Technischer Höhepunkt war ein schwerer US Diamond Wrecker T969 – ebenfalls ehemals vom US-Militär.

Das Einsatzgebiet der Firma Körner lag meist an der B3/27 zwischen Alfeld und Nordhessen, aber auch an der A7. Da die Werrabrücke gesprengt war, mussten Lastwagen und Pkw die steile Strecke nach Laubach/Hedemünden hinabfahren. Häufig versagten die Bremsen, und es kam zu sehr schweren Unfällen. Die Firma Körner unterhielt an dieser Stelle in einem Gartenhäuschen eine eigene Meldestation: Kam es zu einem Unfall, fuhr der Melder mit seinem Motorrad zum nächsten Telefon und forderte Unterstützung aus Göttingen an. Im Jahr 1954 war Schluss: Die Firma Körner widmete sich fortan Transport- und Abbrucharbeiten.

Den Bilderschatz der Firma Körner haben die Organisatoren rund um Modellbörsen-Organisatorin Cornelia Schmidt gehoben.  Teile der Fotosammlung sind während der Börse in der Weender Festhalle am Sonntag, 26. April, in der Sonderausstellung zu sehen.

Dazu sind Berge- und Abschleppwagen unterschiedlicher Größe ausgestellt. Ein Modellbauer zeigt zudem anhand dieser Vorlagen, wie solche Szenen einschließlich des Landschaftsbaus vorbildgetreu in den Maßstab 1:87 umgesetzt werden können.

Theodor Körner, Ex-Inhaber der früheren Abschleppfirma, wird zeitweise anwesend sein und von einigen Ereignissen aus der damaligen Zeit berichten. Der Besuch der Ausstellung selbst ist kostenlos. Geöffnet ist die Börse in der Zeit zwischen 10 und 16 Uhr.   

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