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Sex im Bad: Verwarnung statt Anzeige

Schwimmmeister in der Region reagieren gelassen Sex im Bad: Verwarnung statt Anzeige

Sie sollen Sex im Erlebnisbad gehabt haben – dafür kassierten ein 19-Jähriger und seine 18-jährige Partnerin vom Jugendrichter in Augsburg Arreststrafen. Angezeigt worden waren sie von Schwimmmeistern. Ähnliche Fälle gab es auch schon in einigen Bädern in der Region. Allerdings reagierten die Verantwortlichen gelassener.

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Quelle: May/dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Dass Gäste sich im Badeparadies Eiswiese lustvoll vergnügten, komme schon mal vor, sagt  Alexander Hirt vom Betreiber, der Göttinger Sport und Freizeit GmbH. Beliebte Orte dafür seien das Solebad, der Whirlpool oder die Umkleidekabine. Das Personal greife in solchen Fällen sofort ein und verwarne die Paare. Vor Gericht gezerrt werde deswegen aber niemand. „Wenn das aber noch mal passiert, gibt es ein Hausverbot“, sagt Hirt. Jeder Fall von sexueller Belästigung werde jedoch selbstverständlich angezeigt.

Schwimmmeister Matthias Corde hat im Erlebnisbad Dransfeld auch schon Paare beim Sex erwischt, und zwar in der Unkleidekabine und mitten auf der Liegewiese. „Ich spreche die Leute an und verwarne sie, damit ist das Ding für mich erledigt“, sagt Corde. Deswegen jemanden anzuzeigen, sei übertrieben.

In Duderstadt halten sich die Schwimmbad-Gäste mit ihren Gelüsten offenbar zurück – oder verhalten sich dezenter. Jedenfalls ist Schwimmmeister Mario Otto bisher kein Unterwasser-Sex aufgefallen. Er könne sich nur an einen Fall erinnern, der einen eindeutigen Beweis für Sex in der Badeanstalt geliefert habe: „Die Raumpflegerin hat einmal ein Kondom in der Umkleidekabine gefunden“, sagt er. Er greife nur ein, wenn es zu heftig zugehe. „Geknutscht wird im Wasser schon öfter“, sagt er. „Wenn ich sehen sollte, dass eine Schamgrenze überschritten wird, oder sich Gäste beschweren, weise ich das Paar darauf hin, dass sich im Bad auch Kinder befinden“, erklärt er. Meistens sei dann schon Schluss mit Schmusen. Zu radikaleren Mitteln wie Rausschmiss oder Anzeige sei es bisher in Duderstadt nicht gekommen.

Paare beim Sex habe er im Freibad Rosdorf noch nicht erwischt, sagt Schwimmmeister Detlev Haberlandt. Er würde dann aber gelassen reagieren und das Paar in einem vernünftigen Ton und „vielleicht noch mit einem witzigen Spruch“ auffordern, das Bad zu verlassen. Anzeige erstatten würde er nicht. Davon würde auch Elke Vetter absehen, die in der Bovender Verwaltung für das Ratsburgbad in Reyershausen verantwortlich ist. Aber ihre Schwimmmeister sollten so etwas dann schon unterbinden. Das würde Schwimmmeister Ingbert Blanke auch tun. „Aber so einen Fall hatten wir hier noch nie“, sagt er.

ne/us/afu

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