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Sicher Fahren: Informationen von Experten im Göttinger GDA-Wohnstift

Parken wie von selbst Sicher Fahren: Informationen von Experten im Göttinger GDA-Wohnstift

Da staunten viele der Senioren nicht schlecht: Wie von Geisterhand geführt, sucht sich der Ford von Fahrlehrer Tobias Hillmann eine Parklücke am Straßenrand und fährt selbsttätig hinein – ohne jede Hand am Lenkrad.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Mit derlei moderner Technik und weiteren Assistenzsystemen, erklärte Hillmann am Dienstagmorgen vor dem GDA-Wohnstift, könnten Senioren bis ins hohe Alter leichter mobil bleiben als ohne. Der Info-Tag hatte morgens im Wohnstift mit mehreren Vorträgen zum Thema Risiken für ältere Autofahrer begonnen. Hillmann, auch bei der Verkehrswacht aktiv, untermauerte den Nutzen moderner Fahrassistenzsysteme mit Zahlen: mit Spurwechselassistent 26 weniger Unfälle beim Spurwechseln, mit Abstandsregler 28 weniger Auffahrunfälle, mit Spurhalteassistent 49 Prozent weniger Unfälle durch ungewolltes Verlassen der Fahrspur und mit Einparkhilfe 30 Prozent weniger Kollisionen beim Einparken.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte der Pharmakologe Martin Anschütz vor den Auswirkungen der Einnahme von Medikamenten auf die Fahrtüchtigkeit gewarnt. Selbst einfache Mittel gegen Übelkeit oder gegen Heuschnupfen verursachten Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Anschütz‘ Rat: den Arzt konsultieren und nach Veränderungen der Medikation besonders vorsichtig sein.

Karina Schulze warnte vor den drastischen Folgen einer Unfallflucht. Sehr häufig sei danach der Führerschein weg. Nicht aber, wenn die Polizei nach einem Unfall anrücke. Niemand müsse davor Angst haben.

Menschen über 65 Jahre, erklärte Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke von der Göttinger Polizei, seien heute viel mobiler als noch vor 20 Jahren. Nichts spreche dagegen, bis ins hohe Alter Auto zu fahren, aber: „Es muss nur sicher sein.“ Arneckes Tipps gerade für ältere Autofahrer: die Fahrstrecke planen, Eile und Hektik vermeiden, Berufsverkehr meiden, sich in unklaren Situationen mit dem anderen Autofahrer mit Handzeichen und per Blickkontakt verständigen und lieber bekannte als unbekannte Strecken fahren.

Nach den Vorträgen ging es zu dem viel bestaunten Ford mit Einpark-Automatik. Kritische Bemerkungen zu so viel Auto-Technik gab es auch. „Mein Vertrauen in die Elektronik“, sagte Helmut Gebhardt, „ist sehr beschränkt.“ Andere Teilnehmer beschwerten sich über zu dunkle Instrumente im Armaturenbrett und sinnlose elektronische Schaltungen, beispielsweise bei Abblend- oder Standlicht. „Da sind einfach schlechte Konstrukteure am Werk“, meinte einer.

Die unterstützende Technik entwickelt sich rasant weiter, erklärte hingegen Fahrlehrer Hillmann. Benötigt sein relativ neuer Ford noch eine Parklücke mit einer Länge von 1,20 Meter über die eigene Länge hinaus, brauchen brandneue Autos nur noch 70 Zentimeter mehr.

Mehr Infos und Hilfen für Senioren zum Thema Autofahren bei Polizei-Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke unter Telefon 0551/491-2308 oder per E-mail unter joerg.arnecke@polizei.niedersachsen.de.

„Klassiker Rückwärtsfahren“

Geismar. Es gibt seniorentypische Fahrfehler, weiß Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke von der Göttinger Polizei. Personen im Alter ab 65 Jahren machten häufiger Fehler beim Abbiegen und beim Vorfahrtgewähren. Auch hätten ältere Menschen offenbar Probleme beim Einfädeln in den fließenden Verkehr und beim Abstandhalten – sowohl nach vorne als auch zu den Seiten. Und dann, sagt Arnecke, „ist da noch der Klassiker, das Rückwärtsfahren.
Doch diesen Fehler machen auch Jüngere.“

Derzeit ist Arnecke erfreut darüber, dass die Zahl älterer Verkehrsopfer zurückgeht – im Bereich Göttingen von 144 Verletzten 2013 auf 118 im Jahr 2014. 2013 starben fünf Senioren im Straßenverkehr, 2014 nur einer. Generell, sagt der Verkehrssicherheitsberater, seien ältere Autofahrer verantwortungsvolle Verkehrsteilnehmer. Demgegenüber „gibt es 20-Jährige, die sollten lieber nicht Auto fahren“.

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Von Redakteur Matthias Heinzel

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