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Sicherheitslücken im Göttinger Mensa-Bestellsystem

Datenklau bei Schulessen-Bestellung Sicherheitslücken im Göttinger Mensa-Bestellsystem

Das Bestellsystem der Stadt Göttingen für Schulessen per Internet hat nach Ansicht der Piratenpartei „gravierende Sicherheitslücken“. Um online Mittagessen zu ordern, müsse seit dem neuen Schulhalbjahr auf dem heimischen Computer zwingend Adobe Flash Player installiert werden.

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Auch für die Mensa der Geschwister-Scholl-Gesamtschule bestellen Schüler und Eltern per Internet und nutzen  dabei den Adobe Flash Player.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die Software aber stehe auf dem Index des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, warnt der IT-Experte der Piraten-Fraktion, Martin Rieth. Abgesehen davon, dass das System schon länger genutzt wird, sind die Sicherheitsprobleme in der Stadtverwaltung ist das bekannt. Es werde an einem neuen Programm erarbeitet, heißt es auf Tageblatt-Anfrage. Zusätzlich gibt die Verwaltung jetzt Sicherheitstipps für „besorgte Internetnutzer“.

Wenn Schüler und Eltern an mehreren Göttinger Schulen Mittagessen bestellen wollen, müssen sie sich per Internet dafür anmelden. Der dazu erforderliche Flash Player aber sei „konzeptionell darauf ausgelegt persönliche Daten auszuspähen und an große Konzerne zu übermitteln“, sagt Rieth. Zugleich kritisiert der Pirat in einem Antrag zur nächsten Sitzung des Schulausschusses, dass bei der erstmaligen Anmeldung automatische 5 Euro vom Schülerkonto abgebucht würden. Wenn die Verwaltung nach eigenen Angaben „ein neues System einführt, um Kosten zu sparen, muss die Dienstleistung billiger und nicht teurer werden“.

Nach Angaben der Stadtverwaltung werde das System allerdings bereits seit 2009 und nur an fünf Schulen genutzt: am Hainberg-, Max-Planck-, Theodor-Heuss- und Felix-Klein-Gymnasium sowie an der  Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Ende Januar sei nur die Außenstelle des Hainberg-Gymnasium dazu gekommen. Vor der ersten Bestellung erfolge eine einmalige Registrierung. Erfasste Daten würden nicht an Dritte weiter gegeben. Die jüngsten Sicherheitsprobleme beim genannten Flash Player seien bekannt, erklärt die Verwaltung weiter.

Darum werde künftig bei möglichst allen Internetanwendungen der Stadt auf den Flash Player verzichtet. Auch für die Schulverpflegung werde zurzeit eine „plattformunabhängige und flashlose Internetoberfläche programmiert“. Unterdessen rät die Verwaltung „immer den aktuellsten Flash-Player zu nutzen und den Flash sowie den Browser am eigenen Gerät so einzurichten, dass dieser nur beim Aufruf der Seite schulessen.goettingen.de benutzt wird. Darüber hinaus gebe es in den Schulen Computer zur Essensbestellung.

In ihrem Antrag fordern die Piraten ein barrierefreies Bestellsystem und vorerst die Möglichkeit, auf Papier zu bestellen. Der Schulausschuss tagt am Donnerstag, 26. Februar, ab 16 Uhr im Neuen Rathaus.
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