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Sie liebt Handtaschen, er Bücher

Ehrenamtlich im Städtischen Museum Sie liebt Handtaschen, er Bücher

Sie sind die helfenden Hände im Hintergrund: Ursula und Bodo Kayser arbeiten seit mehreren Jahren ehrenamtlich im Städtischen Museum Göttingen. Das Ehepaar katalogisiert und stellt Ausstellungen zusammen und arbeitet an an mehren Tagen pro Woche im Museum. Museumsdirektor Ernst Böhme ehrte dieses ehrenamtliche Engagement.

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Für ehrenamtliches Engagement geehrt:  Ursula und Bodo Kayser.

Quelle: KW

Göttingen. Bodo Kayser hat sich vor allem dem historischen Buchbestand des Museums verschrieben, den er aufgearbeitet und die aktuelle Ausstellung „Fröhlicher Anfang – Alte Fibeln von 1880 bis 1980“ mit entwickelt hat. Ursula Kayser hat es der Textilbestand des Museums angetan, der durch ihre Arbeit weitgehend erschlossen ist.

Sie stellte dem Museum auch ihre eigene, ungewöhnliche Sammlung zur Verfügung: Ihre große Zahl an Damenhandtaschen aus unterschiedlichen Zeiten wurden vor mehreren Jahren in der Ausstellung „In Frauenhand – eine kleine Geschichte der Handtasche präsentiert.

Ursula Kayser hat von klein an alle möglichen Behältnisse gesammelt, bis sie begann, sich für Handtaschen zu interessieren. Ihr gefallen vor allem die Taschen aus den 30er und 40er Jahren – auch der Tascheninhalt spielt für die gelernte Pharmazeutin eine Rolle. Der ist in den Flohmarktsfunden oft noch dabei: Passierscheine, Lebensmittelmarken und Fotos von Männern in Uniformen dokumentieren eine andere Zeit.
„Meine Frau hat in unserer Ehe kaum Blumen, dafür viele Handtaschen bekommen“, sagt Bodo Kayser lachend.

Der ehemalige Leiter der Zentralen Studienberatung der Uni Göttingen hat sich vor allem der Bestandsaufnahme verschrieben und die Ergebnisse in einer Datenbank angelegt. Durch die Sanierungsarbeiten im Museum musste außerdem die Dauerausstellung verpackt und katalogisiert werden – ebenfalls eine Aufgabe, an der Kayser mitgearbeitet hat. Außerdem haben beide an der präventiven Konservierung des Bestands mitgewirkt. Dazu wickelten sie einen Großteil des Inventars als Schutz vor Motten in Seidenpapier und verstauten die Ausstellungsstücke in säurefreien Kartons.

„Damit erhalten wir mit Hilfe des Ehepaar Kaysers wertvolles Kulturgut“, sagt Museumsdirektor Ernst Böhme über die Unterstützung des Ehepaars. „Wir sind außen vor und doch mittendrin“, beschreibt Ursula Kayser ihren ehrenamtlichen Einsatz, dem die beiden 74-Jährigen mit großer Freude nachgehen, und fragt: „Wer hat schon im Ruhestand das Glück, zusätzlich in einem Bereich zu arbeiten, der gleichzeitig Hobby ist?“

Von Katrin Westphal

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