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Skelette auf ehemaligem Mensa-Gelände in Göttingen entdeckt

Ausgrabungen Skelette auf ehemaligem Mensa-Gelände in Göttingen entdeckt

Skelettfunde auf dem Gelände der ehemaligen Mensa am Wilhelmsplatz in Göttingen beschäftigen derzeit die Archäologen. 38 Skelette von Mönchen des mittelalterlichen Franziskanerklosters haben sie bereits entdeckt.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Mit Pinseln, Spateln und kleinen Kellen ist das Team unter Leitung von Grabungsleiter Frank Wedekind dabei, die Knochen auf dem Hof an der Barfüßerstraße freizulegen. Diese werden gezeichnet, fotografiert, vermessen, kartiert und schließlich geborgen. 

 

"Füße nach Osten, Kopf nach Westen mit Blick nach Jerusalem", sagte Wedekind am Dienstag bei der Präsentation der Grabung. Das sei typisch für christliche Begräbnisse. Die Bettelmönche seien ohne Sarg und Grabbeigaben bestattet worden. Bislang haben er und sein Team sieben Lagen Skelette entdeckt.

 

Foto: Hinzmann

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Überraschend seien die Funde auf dem Gelände des ehemaligen Barfüßerklosters allerdings nicht, sagt Stadtarchäologin Betty Arndt. Wohl aber bieten sie jetzt die Möglichkeit, mehr über die Göttinger Franziskaner-Mönche, die Barfüßer, zu erfahren - mehr über ihre Ernährungsgewohnheiten, ihrem Gesundheitszustand, ihre Krankheiten, ihr Alter, ihre Bestattungskultur. Viel sei darüber, so Arndt, bislang nicht bekannt. Anthropologen der Universität übernehmen diese Untersuchungen. 

 

1268 ist nach Arndts Auskunft mit dem Bau des Klosters begonnen worden. Im Zuge der Reformation seien die Mönche 1533 vertrieben, die Kirche danach bis zu ihrem Abriss 1820 stets zweckentfremdet worden. Erst ab 1820 errichtete Christian Friedrich Andreas Rohns auf dem Gelände das Gebäude, das bis vor wenigen Jahren als Uni-Mensa genutzt worden ist.

 

Über die Nachnutzung des Areals nach dem Ende des Klosters ist bislang nur wenig bekannt. Auch hier soll die aktuelle Ausgrabung neue Erkenntnisse bringen: Mauerreste aus der Zeit nach dem Kloster haben die Archäologen ebenfalls gefunden.

 

Gleichzeitig gibt es aber auch Funde, vor allem Scherben, die Aufschlüsse über die Nutzung vor Kirch- und Klosterbau geben können.

 

Rainer Bolli, Leiter des Uni-Gebäudemanagements, betonte, dass die Grabungen die Sanierung der ehemaligen Mensa nicht verzögern werden, wohl aber den Ausbau des ehemaligen Blue Notes.

 

Der Beitrag wurde aktualisiert.

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