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So viele Anfragen bei Göttinger Giftberatern wie noch nie

Jahresbericht So viele Anfragen bei Göttinger Giftberatern wie noch nie

So häufig wie im Jahr 2014 waren die Fachleute des Giftinformationszentrums Nord (Giz) noch nie gefragt. Insgesamt 37643 Anfragen vornehmlich zu Vergiftungen gingen dort im vergangenen Jahr ein, wie das Giz in seinem Jahresbericht mitteilt.

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Göttingen. Der 24-Stunden-Service wurde zu 58 Prozent von Bürgern und zu 42 Prozent von medizinischem Fachpersonal genutzt. Im Jahr 2013 hatte es insgesamt 36491 Beratungen gegeben.

Der Jahresbericht analysiert die Vergiftungsursachen, die Altersgruppen der Betroffenen und die Schwere der Vergiftungen. Die größte Vergiftungsgefahr für Kinder geht demnach von chemischen Produkten, Arzneimitteln und Pflanzen aus. Bei Erwachsenen überwiegen klar Vergiftungen mit Arzneimitteln.

Eine Beobachtung des Giz-Nord führte zu Konsequenzen und zu verbessertem Verbraucherschutz, wie es im Jahresbericht weiter heißt: Über Jahre hinweg registrierte das Mitarbeiterteam, dass die Zahl ernsthafter, inhalativer Vergiftungen mit Schwimmbad-Desinfektionsmitteln zunimmt. Das Giz-Nord informierte die zuständigen Bundesbehörden – mit Erfolg. Verbesserte Verpackungen dieser Produkte seien nun in Planung.

Die Hauptaufgabe des Giz-Nord ist die Beratung im akuten Vergiftungsfall. Mit seinem toxikologischen Labor bietet die Einrichtung umfassende Analytik im akuten Vergiftungsfall rund um die Uhr an. Darüber hinaus habe sich das Giz-Nord im Jahr 2014 mit 51 Publikationen und 69 nationalen und internationalen Vorträgen an der wissenschaftlichen Aufarbeitung von Vergiftungen beteiligt, erklärte Andreas Schaper.

Er leitet seit Juli 2015 das Giftinformationszentrum-Nord zusammen mit Martin Ebbecke. In mehreren von der Europäischen Kommission geförderten Projekten befasst sich der Giftnotruf Göttingen zudem mit der Gefahr, die von einer Chemikalienausbringung mit potenziell kriminellem oder terroristischem Hintergrund ausgeht.

Das Giftinformationszentrum Nord ist eine gemeinsame Einrichtung der Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Es besteht seit 1996 und ist an der Göttinger Universitätsmedizin angesiedelt. Die Notfall-Hotline des Zentrums 0551/19240 ist rund um die Uhr zu erreichen.

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