Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
„Der Staat sollte konsequent pfänden“

Führerschein weg, wenn kein Unterhalt? „Der Staat sollte konsequent pfänden“

Vätern, die keinen Unterhalt zahlen, soll der Führerschein entzogen werden, fordern führende SPD-Politiker. Die Mehrheit der befragten Wochenmarktbesucher in Göttingen hält die Idee jedoch für falsch – stattdessen fordern sie, dass der Staat konsequent pfändet.

Voriger Artikel
Einschränkungen im Bahnverkehr nach Kassel
Nächster Artikel
Land würdigt Einsatz unter Lebensgefahr

Anneke Dorany

Quelle: hr

Göttingen. Von staatlicher Seite Druck auszuüben, hält Anneke Dorany für richtig. Allerdings nicht per Führerscheinentzug, denn das eine habe mit dem anderen überhaupt nichts zu tun, findet die 48-jährige Physiotherapeutin.

Heiko Holzapfel

Heiko Holzapfel

Quelle:

Auch Heiko Holzapfel kritisiert das Vorhaben. „Wenn man dem Mann seinen Führerschein wegnimmt, verliert er vielleicht seinen Job und kann erst recht nicht mehr zahlen – das ist doch kontraproduktiv“, sagt der 53-Jährige. Der selbständige Friseurmeister hat einen anderen Vorschlag: „Wenn ein Urteil erlassen wurde, das den Mann zur Zahlung verpflichtet, sollte dieses auch konsequent durchgesetzt werden – und zwar per Lohnpfändung.“

Bianca Rösch

Bianca Rösch

Quelle:

Das sieht auch Bianca Rösch so. „Warum pfändet der Staat nicht konsequent?“, fragt die 36-jährige Hausfrau und fordert im gleichen Atemzug Gesetzesänderungen, falls die derzeitigen Gesetze ein solches Vorgehen nicht zulassen sollten. Pfändungen hält auch Thomas Jakob (33) für das geeignete Mittel, Führerscheinentzug dagegen nicht: „Es gibt eine Menge Menschen, die mit Fahren ihren Lebensunterhalt verdienen – wenn davon zu viele ihren Job verlieren, kostet das die Gesellschaft eine Menge Geld.“

Noch einen anderen Aspekt bringt Bettina Winkelmann in die Debatte ein. „Wenn man den Männern den Führerschein wegnimmt, können viele ihre Kinder nicht mehr besuchen, entfremden sich von ihnen noch mehr und wollen dann erst recht nicht mehr zahlen“, so die Überlegung der 55-jährigen Krankenschwester. Ihre Lösung: „Erzwingungshaft – allein die Drohung wäre ausreichend.“

Hansgünther Hennigs

Hansgünther Hennigs

Quelle:

Hansgünther Hennigs (75) sagt: „Autofahren wollen sie alle." Der Rentner ist sich sicher, dass der Führerscheineinzug viele zum Zahlen bewegen würde. 

John Otten

John Otten

Quelle:

„Wenn sie denn zahlen könnten“, wirft John Otten ein und gibt zu bedenken, dass nicht jeder genug verdient, um die „teilweise sehr hohen“ Unterhaltszahlungen zu leisten. Bei denen, die genug Geld haben, könnte die Drohung aber verfangen, so der 69-jährige Rentner: „Man muss also immer den Einzelfall abwägen.“  hr

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis