Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Sonnabend kommen erste Flüchtlinge in Kassel an

Zeltstadt im Aufbau Sonnabend kommen erste Flüchtlinge in Kassel an

Am ehemaligen Flugplatz Kassel-Calden sollen bereits am Sonnabend, 25. Juli, die ersten Flüchtlinge eintreffen. Dort wird derzeit eine Zeltstadt errichtet.

Voriger Artikel
Northeimer Bürger melden 100 Wohnungen für Flüchtlinge
Nächster Artikel
Kreisfusion in Northeim „Taktisches Manöver“
Quelle: Hollemann/dpa (Symbolfoto)

Kassel/Calden. Einer der Gründe für die Eile: Das Hessische Erstaufnahmelager in Gießen platzt aus allen Nöten. Von den 8000 Asylsuchenden dort leben derzeit 2000 in Zelten. Die Betreuer klagen über eine katastrophale hygienische Situation, Bedrohungen und Angriffe. Flüchtlinge müssten derzeit mehrere Wochen auf die erste ärztliche Untersuchung warten.

Die Notunterkünfte für rund 1000 Asylsuchende in Calden sollen bis Sonnabend stehen, erklärte der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke am Donnerstag. Die Flüchtlinge werden weiterhin zunächst in der Erstaufnahmeeinrichtung registriert und dann mit dem Bus nach Calden gebracht.

Das Zeltlager dort soll nur bis zum Herbst genutzt werden, bis es Plätze in festen Unterkünften gebe, so Lübcke, aber: „Wenn alles schiefgeht, müssen wir im Winter gegebenenfalls Hallen beheizen. Wir wollen die Menschen anständig aufnehmen.“, betonte Lübcke. Auch der Landkreis Kassel forderte „menschenwürdige Unterbringungs- und Betreuungsmöglichkeiten“ für die Flüchtlinge. Zudem sei die Einbindung der Bürger in Calden erforderlich, erklärten Landrat Uwe Schmidt und Vize-Landrätin Susanne Selbert (beide SPD).

Unterdessen dementierte das Hessische Sozialministerium Presseberichte, Calden solle als Abschiebeflughafen dienen und in der Zeltstadt am Flugplatz nur Flüchtlinge ohne Bleibechance wie beispielsweise vom Westbalkan unterkommen. „Wir planen keine zentralen Stellen und Unterbringungen, von denen aus Menschen in die Heimat zurückgeführt werden sollen“, erklärte Pressesprecherin Esther Walther. „Vielmehr bleibt es dabei: die Flüchtlinge werden in den verschiedenen Erstaufnahmeeinrichtungen gemischt untergebracht und nicht schwerpunktmäßig nach Herkunft.“

hein/dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“