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Sonnenfinsternis über Göttingen: Schulen verlegen Pausen

Live-Übertragung des Naturschauspiels in der Klasse Sonnenfinsternis über Göttingen: Schulen verlegen Pausen

Elternräte werden einberufen, Pausen verlegt, eilig Live-Übertragungen in den Klassen organisiert: Die Sonnenfinsternis hat in vielen Schulen Diskussionen ausgelöst, ob die Schüler das Naturschauspiel beobachten dürfen oder nicht. Befeuert wurde das durch Hinweise der Landesschulbehörde.

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Mit einer solchen Spezialbrille sollte man seine Augen schützen, wenn man sich die Sonnenfinsternis anschauen will.

Quelle: dpa

Göttingen. Es solle „unbedingt darauf geachtet werden, dass niemand mit ungeschütztem Auge die Sonnenfinsternis betrachtet”, hieß es. Lehrkräfte hätten aktiv Aufsicht zu führen, den Schülern Hinweise zur Benutzung des Sichtschutzes zu geben und über die Gefahren zu informieren.

In der Göttinger Herman-Nohl-Schule hat man sich daher dazu entschlossen, die Pausen zu verschieben, wie eine Mitarbeiterin erklärt. Die Sonnenfinsternis können die Grundschüler aber per Live-Stream verfolgen. Ähnlich verfährt die Mittelbergschule Hetjershausen. Dort wird die große Pause nach Angaben von Schulleiterin Manuela Hartelt auf 9 Uhr vorgezogen. Das habe der Schulelternrat beschlossen, auch wenn das einige Eltern bedauert hätten. Schutzbrillen für 82 Grundschüler seien nicht zu finanzieren gewesen. Stattdessen könnten sich die Kinder die Sonnenfinsternis per Live-Übertragung in den Klassen anschauen.

„Wir haben im Vorfeld über die Gefahren schriftlich aufgeklärt“, sagt Johanna Jesionwski, stellvertretende Schulleiterin der Drei-Flüsse-Realschule in Hann. Münden. Zudem seien die Schüler darauf hingewiesen worden,  nicht direkt in die Sonne zu schauen. Auch an der Grundschule in Hardegsen wurden die Lehrkräfte informiert, damit diese die Schüler auf die Gefahren hinweisen, sagt der stellvertretende Schulleiter Christopher Grupe. Besondere Aktionen seien nicht geplant. Außerdem sei während der Sonnenfinsternis Unterricht. Das sagt auch Renate Voland, Schulleiterin der Carl-Friedrich-Gauss-Schule in Dransfeld. Einzig eine Kollegin wolle versuchen, mit ihrer Klasse eine Sofi-Brille zu bauen – anhand einer Anleitung aus dem Tageblatt.

An anderen Schulen sieht man die Sache entspannter. An der IGS in Geismar entschieden die Jahrgänge autonom, ob und wie sie die Sonnenfinsternis betrachten, sagt der didaktische Leiter Lars Humrich. „Fast zeitgleich ist bei uns aber der Abischerz. Das wird ganz spannend, wie die Schüler damit umgehen.“ Am Felix-Klein-Gymnasium werden Exkursionen zur Sternwarte angeboten. Am Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt können die Schüler das Naturschauspiel mit Schutzbrillen verfolgen. Und an der Kooperativen Gesamtschule Gieboldehausen wurden im Physikunterricht aus Schutzfolie selbst Brillen gebastelt.

Von Britta Eichner-Ramm und Andreas Fuhrmann

Gefährliche Strahlung
Wer sich die Sonnenfinsternis anschauen will, sollte immer eine spezielle Schutzbrille tragen. Die Strahlung der Sonne ist extrem gefährlich für die Augen, auch noch während der Verdunkelung. Mögliche Folgen sind Entzündungen und Sehschäden im schlimmsten Fall bis zur Erblindung. Passende Brillen mit Schutzfolien sind allerdings fast überall ausverkauft. Wer sich die Sonnenfinsternis dennoch nicht entgehen lassen will, kann an diesem Freitagmorgen das Institut für Astrophysik der Universität Göttingen, Friedrich-Hund-Platz 1, besuchen. Die Plattform des Instituts ist von 9.30 bis 12 Uhr geöffnet. Bei klarem Himmel können alle Interessierten die Sonnenfinsternis dort mit Spezialbrillen und -teleskopen gefahrlos verfolgen. Allerdings dürfte der Andrang enorm sein. „So viele Anfragen hatten wir noch nie. Wir erwarten mehrere 100 Besucher“, sagt Dr. Klaus Reinsch vom Institut. afu

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