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Sorgen um Apex: Trägerverein wird aufgelöst

Kritik an Politik Sorgen um Apex: Trägerverein wird aufgelöst

Die insolvente Kultureinrichtung Apex steht vor einer erneuten Zerreißprobe. Weil die Politik sich nicht bereit erklärt habe, einen jährlichen Extra-Zuschuss von 15 000 Euro ab dem kommenden Jahr zu gewähren, müsse der Trägerverein Apex pro Art zum 31. Juli dieses Jahres abgewickelt werden.

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Fehlende Zuschüsse: Der Trägerverein des Apex wird zum 31. Juli abgewickelt. Jetzt soll ein neuer Verein gegründet werden.

Quelle: CH

Das sagte Reinhard Irmscher, erster Vorsitzender des Vereins, gestern gegenüber dem Tageblatt. Ohne den Zuschuss könne der Insolvenzplan nicht erfolgreich umgesetzt werden, erläuterte Insolvenzverwalter Burkhard Wegener. Daher müsse der Verein aufgelöst werden. Das sei zwingend.

Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck bestätigte gestern den Vorgang. Im nicht öffentlichen Teil des jüngsten Kulturausschusses hätten sich die Fraktionen einheitlich gegen einen weiteren Zuschuss für das Apex ausgesprochen. Dies habe mehrere Gründe: Unter anderem würden in diesem Jahr die Zuschussverträge mit den Kultureinrichtungen neu verhandelt, und das habe man abwarten wollen. Die im September stattfindenden Kommunalwahlen hätten ebenfalls eine Rolle gespielt, weil man dem dann neu konstituierten Rat nicht habe vorgreifen wollen. Der Kulturausschussvorsitzende Frank-Peter Arndt (SPD) sagte, er stehe auch weiterhin zu dieser Entscheidung. Dass dem Verein 15 000 Euro fehlten, sei allein „ein Insolvenzproblem“. Der Kulturbetrieb aber müsste seiner Meinung nach auch ohne den Zuschuss laufen können. Notfalls hätte man das Programm herunterfahren oder Kooperationen eingehen müssen, so Arndt. Die Argumentation des Vereins in jedem Fall sei „zu kurz gegriffen“.

Apex-Vorstand Irmscher sagte hingegen, dass man das Geld unbedingt benötigt hätte, um das Kulturprogramm „im derzeitigen Umfang“ aufrechtzuerhalten. An Personal könne man ohnehin nicht mehr sparen. Er und sein Vorstandskollege Carlos Schulze-Nowak seien sehr enttäuscht, dass der Zuschussantrag abgelehnt worden sei. Daher würden sie ihre „ehrenamtliche Arbeit zum 31. Juli 2011 einstellen und zurücktreten“. Anscheinend fehle in Reihen der Politik das Vertrauen, „dass wir in der Lage sind, den Verein fortzusetzen“, so Irmscher. Er habe am Ende sogar das Gefühl gehabt, „dass wir genervt haben“.

Arndt widerspricht dieser Annahme vehement: „Gegen die handelnden Personen haben wir nichts.“ Vielleicht aber könne ein neuer Vorstand „andere Ideen entwickeln“. Daher sei es jetzt wichtig, die Gründung eines neuen Trägervereins voranzutreiben. „Es müssen Änderungen her.“ Damit wolle man „die Arbeit der Verantwortlichen nicht schmälern“, sagte Arndt, „aber es muss einen Neuanfang geben.“
Dafür möchte sich auch Schlapeit-Beck einsetzen, „um den Kulturbetrieb im Apex nahtlos fortzuführen“. Einige Personen, die einen neuen Verein gründen wollten, seien bereits gefunden worden. Aus städtischer Sicht bestehe in jedem Fall „ein großes Interesse, die Einrichtung zu erhalten“.

Das wollen auch Irmscher und Schulze-Nowak. Die Gründung eines neuen Trägervereins würden sie natürlich noch unterstützen, sagte Irmscher. „Daran ist mir sehr gelegen.“ Ansonsten müsse der Kulturbetrieb im Apex nämlich am 31. Juli eingestellt werden. „So weit will ich aber noch nicht denken“, so Irmscher. Das Programm im Apex laufe bis dahin auf jeden Fall weiter wie geplant.

Einen Neustart hatte Anfang des Jahres der Gastronomiebetrieb im Apex erfahren. Er läuft unabhängig vom Kulturbetrieb.

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