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Spätaussiedler erschießt Ex-Ehefrau und flieht

Vor Fahrstuhl aufgelauert Spätaussiedler erschießt Ex-Ehefrau und flieht

Das Opfer war in der Anonymität der Hochhaussiedlung kaum bekannt. Den mutmaßlichen Täter kennen viele. Er gilt als brutaler Schläger, der seine Ex-Ehefrau Irina B. (46) schon mehrfach verprügelte und der gar Hausverbot hat, weil er eine alte Frau geschlagen habe. Jetzt ist er offenbar zum Mörder geworden.

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Fieberhafte Fahndung: Mitglieder der Mordkommission befragten gestern alle Einwohner des Hochhauses.

Quelle: Hinzmann

In der Nacht zu Donnerstag lauerte der der 48 Jahre alte Spätaussiedler Arthur B. offenbarzusammen mit seinem Freund Waldemar W. (45) seiner geschiedenen Frau vor deren Wohnung auf und tötete sie durch einen gezielten Schuss.

Der neue Lebensgefährte (48) der Frau kam mit leichten Verletzungen davon. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Mord aus niederen Beweggründen aus, erläutert Oberstaatsanwalt Hans Hugo Heimgärtner.

Jetzt fahndet die Polizei fieberhaft nach den beiden Tätern. Eine 30-köpfige Mordkommission wurde eingerichtet. Sie spürt dem zweiten Mordfall innerhalb von nur zwei Wochen in Göttingen nach. Der Bevölkerung fiel die massive Fahndung gestern durch etliche Polizeikontrollen im Stadtgebiet auf.

Diesmal sind die beiden Hauptverdächtigen bekannt, aber flüchtig. Beide Männer stammen aus Kasachstan, leben aber seit vielen Jahren in Deutschland. Als Hauptverdächtiger und mutmaßlicher Schütze gilt Arthur B. Er war mit dem Opfer verheiratet. Am 29. Oktober 2009 wurde die Ehe geschieden. Weil es schon damals tätliche Auseinandersetzungen gab, erließ das Familiengericht eine einstweilige Anordnung, dass sich der Ex-Mann von seiner Frau fernzuhalten habe. Zweimal soll die Produktionsarbeiterin zuvor von ihm verprügelt worden sein. Schon als die Ehe noch existierte, hatte sich die Frau 2007 vor seinen Angriffen und Bedrohungen gerichtlich geschützt. Damals war in einem Gewaltschutzverfahren verfügt worden, dass er sich ihr nicht weniger als 50 Meter nähern dürfe – was schwer fällt in einem Wohngebiet, in dem beide leben. Gemeinsam wohnten sie in der Europaallee 21, sie zog in die 17, er in die 19. Immer wieder soll er sie trotz des Verbotes bedroht haben. Vielfach suchte die Frau, die nur russisch sprach, Hilfe in der Beratungsstelle der Bethlehemgemeinde.

Am Mittwochabend muss sie gegen 21.20 Uhr mit ihrem neuen Lebensgefährten nach Hause gekommen sein. Als sich der Fahrstuhl im siebenten Stock vor ihrer Wohnungstür öffnete, standen dort Arthur und Waldemar. Nach bisherigen Erkenntnissen muss der Täter sofort geschossen haben. Wohin er sein Opfer traf, sagt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Der Begleiter wurde verprügelt, ihm wurden büschelweise Haare ausgerissen. Ob die Angreifer es auch auf sein Leben abgesehen hatten und er nur aus Glück den Tätern entging, konnte noch nicht festgestellt werden. Mitbewohner des siebenstöckigen Wohnhauses haben lediglich einen Schuss gehört, der das Opfer letztlich tödlich traf. Ob er ganz gezielt abgegeben wurde, die Tat also eine Art Exekution war, ist ungeklärt. Weder die Opfer wiesen weitere Schussverletzungen auf, noch gab es Schäden durch Schüsse im Treppenhaus.

Der neue Lebensgefährte des Todesopfers blieb jedenfalls so leicht verletzt, dass er der Polizei den Tatablauf schildern konnte. Noch in der Nacht suchte die Polizei mit Spezialkräften aus Hannover nach den Flüchtigen. Auf ihrer Flucht hatten sie im Treppenhaus Munition der mutmaßlichen Tatwaffe verloren: zahlreiche Patronen vom Kaliber 22.

Eine Frau ist das Opfer eines Mordanschlags geworden. Die 46-Jährige sei heute in einem Krankenhaus in Göttingen an ihren schweren Schussverletzungen gestorben, sagte eine Polizeisprecherin.

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Das lebensgefährlich verletzte Opfer war noch in der Nacht im Uniklinikum operiert worden. Im Laufe des Donnerstagvormittags starb die Frau an ihrer Verletzung. Sollte die Polizei die beiden Flüchtigen nicht sehr schnell fassen, soll heute eine Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet werden. Es sei davon auszugehen, so Kripochef Dirk Pejril, dass die Gesuchten immer noch bewaffnet sind.

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