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Spanbeck pflegt Dorfgeschichte auf Schildern

Fahne verbrannt Spanbeck pflegt Dorfgeschichte auf Schildern

„Wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart besser verstehen“, dessen sind sich die Spanbecker sicher. Die Interessengemeinschaft „Gemeinsam für Spanbeck“ hat nicht nur den monatlichen Bürgertreff gegründet. Sie weckt auch die Erinnerung an Dorfgeschichte(n). Nach und nach werden in Spanbeck Schilder angebracht, die an historisch bedeutsame Plätze erinnern. Die Idee dazu stammt von den Dorfbewohnern.

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Jochen Kirchhelle und Bernd Meyer stellen Schilder auf.

Quelle: Lawrenz

Spanbeck. „Wir wollen die Spanbecker Historie bewusst machen durch Dorfrundgänge und Hinweisschilder“, erklärt Ortsheimatpfleger Jürgen Becker.

Denn wer weiß noch, wo früher die Flachsrotten waren? Wer kennt das älteste Haus im Dorf? Und woher kam das Trinkwasser früher? Auf all diese Fragen sollen die Bürger Antworten finden auf hölzernen Tafeln. Bei einem Rundgang durchs Dorf erfahren sie auch, dass die Kerben im Sandsteinsockel der alten Schule beim Anspitzen der Griffel eingeritzt wurden – damals wurde noch auf Schiefertafeln geschrieben.

Becker weiß auch, dass das Dorf früher zwei Sportvereine hatte: „Treudeutsch Spanbeck“ von 1913 und den Arbeitersportverein „Vorwärts Spanbeck“ von 1920. Spannend liest sich die Geschichte der Vorwärts-Fahne. 1933 wurde der Arbeitersportverein verboten.

Der Spanbecker August Strupeit versteckte die Fahne. Zwei Jahre später wurde sie vom Schuster Hermann Dettmar übernommen. Er fand, sein Bett sei ein gutes Versteck. Bei einer Hausdurchsuchung wurde sie dennoch gefunden – Dettmar hatte Propagandablätter des „Internationalen sozialistischen Kampfbundes“ verteilt. Zu zweieinhalb Jahren Haft wurde er verurteilt, die Vorwärts-Fahne tauchte nicht wieder auf. Sie sei verbrannt worden, wird in Spanbeck vermutet.

Am Thie erfährt der Interessierte Grundsätzliches zu Spanbecks Geschichte: So wie die umliegenden Dörfer gehörte es früher zur Herrschaft Plesse. Vielen wird das schon bekannt sein. Nicht so bekannt ist, dass das Spritzenhaus zwei Besitzer hat, den Flecken und die Realgemeinde.

Von Ute Lawrenz

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