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Spannend, kurzweilig, ohne allzu viele Erklärungen

Chemie-Vorlesung bei der Kinder-Uni Spannend, kurzweilig, ohne allzu viele Erklärungen

„Von nichts kommt nichts. Viel hilft viel. Was hin ist, ist hin.“ Bevor es richtig losging, hielt Dietmar Stalke, Chemieprofessor der Fakultät für Chemie der Universität Göttingen, drei Grundsätze für die rund 450 jungen Studenten – einige waren extra aus dem Harz angereist – in seiner Vorlesung bei der Göttinger Kinder-Uni bereit. „Da, wo es stinkt und knallt, da ist Chemie“, erläuterte Stalke. Und gestunken und geknallt hat es in der Vorlesung mächtig.

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„Viel hilft viel“: Chemieprofessor Dietmar Stalke verblüfft sein Publikum mit vielen Experimenten.

Quelle: Hinzmann

Rund um die vier Elemente Luft, Wasser, Erde und Feuer drehten sich seine zahlreichen Experimente. So wurden zu Anfang gleich fünf mit unterschiedlichen Gasen gefüllte Luftballons zum Platzen gebracht. Am explosivsten erwies sich das mit einem Gemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff gefüllte Exemplar, das mit einem ohrenbetäubenden Knall explodierte und nicht wenige der wissenshungrigen Nachwuchsstudenten in ihren Bänken aufschrecken ließ. „Das war super“, sagte die zehnjährige Palina. „Es war richtig laut, als die Ballons kaputt gegangen sind.“

Weiter ging es mit den verschiedenen Stadien von Gasen.War das Interesse an minus 80 Grad kaltem Kohlendioxid noch gering, weil es nur wie ein Eiswürfel aussah, wurden die Augen immer größer und größer, als rund minus 200 Grad kalter, flüssiger Stickstoff plötzlich auf den Tischen der Kinder ausgekippt wurde. Wie Wasser auf einer heißen Herdplatte flitzten die Gastropfen auf Boden und Tischen umher, ehe sie verdampften.

Stalkes amüsante Experimente waren allesamt spannend und kurzweilig. Auf allzu viele und komplizierte Erklärungen und Beschreibungen der Reaktionen verzichtete er, setzte mehr auf den puren Effekt.

Etwa bei dem Versuch, Metall zu verbrennen. „Meint ihr, dass Metall brennen kann“, fragte er in die Runde. Kopfschütteln kam als Antwort. Dann trat Stalke den Gegenbeweis an: Mit einem Schneidbrenner rückte er einem handelsüblichen Anspitzer zu Leibe. Dieser verglühte mit leuchtend, weißer Flamme. Staunen im Plenum.

Verblüffend war auch das Experiment mit einer brennenden Zigarre, die es in sich hatte. Stalke hatte sie zunächst ordentlich mit flüssigem Sauerstoff getränkt, dann ganz normal entzündet. Die so entstandene Hitze an der Zigarrenspitze war groß genug, um ein Loch in ein Metallblech zu schmelzen. „Im Sauerstoff steckt so viel Energie, dass ich damit auch schweißen kann“, sagt Stalke. Mit einem Feuerwerk und einer Rakete beendete er seine Chemieshow. Der Applaus und das Kreisschen am Schluss war ohrenbetäubend.

Constanze Wüstefeld und Michael Brakemeier

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