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Spannende Rätsel um Haarmanns Kopf

Interaktiver Krimi Spannende Rätsel um Haarmanns Kopf

Dieses Projekt ist für das hannoversche Schriftstellerpaar Wolfram Hänel und Ulrike Gerold eine echte Premiere. Gemeinsam mit Zeitungslesern schreiben sie am ersten interaktiven Regionalkrimi namens „Haarmanns Kopf“.

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Wolfram Hänel und Ulrike Gerold diskutieren am Küchentisch über die Handlung des interaktiven Krimis.

Quelle: Thomas

Hannover/Göttingen. Erstmalig haben Leser des Göttinger Tageblattes und der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung die Möglichkeit, direkt in den Entstehungsprozess einzugreifen. Sie bestimmen über Handlungsverläufe, Hauptschauplätze und können mit etwas Glück sogar selbst im Roman eine kleine Rolle spielen. „Wir werden alles an Handwerk und guten Ideen in den Roman werfen und freuen uns über die besondere Herausforderung, einen Krimi mit Lesereinwürfen überhaupt in den Griff zu bekommen“, sagt Hänel beim Hausbesuch in Kleinbuchholz. „Und wir hoffen natürlich auf ein sehr gutes Ergebnis“, sagt Gerold.

An einem großen Holztisch samt Kerze und Klemmbrett sitzt das Paar in einer offenen Küchen mit bunter Keramik auf den Regalen und diskutiert über Charaktere, Handlungsverläufe und immer wieder neue Ideen. Eine Espressokanne blubbert, die selbst gedrehte Kippe zwischen Hänels Fingern verströmt feine Rauchzeichen, Border Collie Carlos sitzt unter dem Tisch und döst. Arbeitsalltag. Hänel schaut durch das Fenster hin zum kleinen Wald, den Anzugträger der HDI- und Swiss Life-Versicherungsgruppen für Mittagsspaziergänge nutzen.

„Wir sind eher Nachteulen, arbeiten lang und kommen spät ins Bett“, sagt Gerold und schenkt Kaffee nach. Die ersten Recherchen für den Krimi haben längst begonnen. „Wir haben in der Zeitung von Fritz Haarmanns Kopf gelesen“, erzählt Hänel. Jahrzehntelang lagerte das Haupt des Serienmörders als schauriges Medizinpräparat in der Göttinger Rechtsmedizin. Der Kopf war den Forschern 1925 übergeben worden, um zu untersuchen, ob Verbrecher sich anhand bestimmter Anomalien im Gehirn erkennen ließen. Erst im Frühsommer vergangenen Jahres wurde er eingeäschert.

„Das ist doch unfassbar spannend. Haarmann ist als Person bundesweit bekannt und weit über Hannovers Grenzen hinaus interessant“, sagt Gerold und Hänels Augen leuchten. „Wir haben immer an der Geschichte von Haarmann rumgedacht. Was wäre nun, wenn Haarmanns Kopf zum Beispiel in Timm Ulrichs’ Kunstwerk Kopf-Stein-Pflaster am Schiffgraben auftauchen würde? Welcher Kopf wurde dann in Göttingen eingeäschert?“ Hänel zieht an seiner Zigarette.
Weit mehr als 100 Bücher hat das Paar schon veröffentlicht. Sie wurden in 25 Sprachen übersetzt. Die Werke schmücken als aufgestapelte Türme das Wohnzimmer mit einer beeindruckenden Bibliothek.

Darunter sind viele Kinderbücher, die Hänel regelmäßig in Schulen, Bibliotheken und Kulturzentren vorstellt. Die Arbeitsweise für einen Roman unterscheide sich gar nicht so sehr von Kinderbüchern. „Schreiben ist ein Handwerk, auch wenn die Atmosphäre natürlich eine völlig andere ist“, sagt Hänel. Die Arbeit an Krimis verändere ihn daher auch nicht. „Man lebt eher eine Anlage stärker aus, die in uns allen steckt.“ Es sei eher die Frage, wie weit man Spannung treiben kann? „Ich persönlich habe keine große Lust auf Maden oder aufgedunsene Körper und Pathologieberichte. Ich möchte gern anders Spannung schaffen“, sagt Hänel.

Zudem gilt es beim aktuellen Buch, das in Kooperation mit dem Verlag zu Klampen und der HAZ erscheint, regionale Besonderheiten aufzunehmen. „Wir wollen ja keine konstruierten Stadtführer schreiben, eher elegant Wissen einstreuen.“ Das gelang dem Paar im jüngsten Krimi „Kein Erbarmen“ sehr gut. Ganz nebenbei erfährt der Leser darin, dass den Grabstein von Kurt Schwitters auf dem Stadtfriedhof Engesohde der Satz „Man kann ja nie wissen“ ziert. Klingt auf jeden Fall spannend.

Universitätsmedizin Göttingen äschert Fritz Haarmans still und heimlich ein. © dpa

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Hannover / Göttingen. „Kein Erbarmen“ heißt der jüngste regionale Kriminalroman von Wolfram Hänel und Ulrike Gerold, erschienen im Verlag zu Klampen. Kommissar Tabori, Kollege Lepcke und Mitbewohnerin Lisa werden auch im geplanten Hannover-Krimi „Haarmanns Kopf“ aktiv. In der niedersächsischen Landeshauptstadt und in Göttingen wird das Team in einem Fall um den Schädel des hannoverschen Serienmörders Fritz Haarmann ermitteln. Die Leser der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und des Göttinger Tageblattes sollen in das gruselige Geschehen eingebunden werden.

Hannoversche Zeitungsleser konnten bereits über den Fortgang der kriminalistischen Handlung abstimmen und sich bei Hänel und Gerold als Rollenfigur bewerben. Auch in Göttingen wird Kommissar Tabori recherchieren. Schließlich war Haarmann Kopf, nachdem er am 15. April 1925 mit dem Fallbeil vom Körper getrennt worden war, an die Göttinger Rechtsmedizin übergeben worden. Dort lagerte er über Jahrzehnte, zuletzt im Institut am Windausweg.
Aber was hat es nun mit dem in Hannover aufgetauchten Schädel auf sich, der dem Mörder verdächtig ähnlich sieht?

Gesucht werden Tageblatt-Leser, die glauben, dass sie als Rollenfigur zur Klärung des Rätsels beitragen und Kommissar Tabori bei seinem Besuch die Stadt Göttingen, deren Geschichte und die Geheimnisse um Haarmanns Schädel näher bringen können. „Tabori kennt ja die Stadt gar nicht“, sagt Autor Hänel. Bewerbungen mit einem kleinen Rollenporträt, Angaben zu Alter, Hobbys und Beruf an redaktion@goettinger-tageblatt.de. Die Auswahl treffen die Autoren.

Der Kriminalroman soll im späten Herbst erscheinen. Das erste Kapitel kann unter haz.de/Fall-Haarmann-Ermitteln-Sie-mit nachgelesen werden.

 

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