Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Spendenaufkommen bei Tafeln ungebrochen

Bundestafeltreffen Spendenaufkommen bei Tafeln ungebrochen

Trotz der aktuellen Wirtschaftskrise verzeichnen die Lebensmittel-Tafeln in Deutschland keinen Rückgang im Spendenaufkommen. Im Gegenteil: Die Zahl der Sachspenden sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, erklärte Bernd Häuser, Chef des Bundesverbandes Deutsche Tafel gestern zum Auftakt des Bundestafeltreffens in Göttingen. 

Voriger Artikel
Mordanklage wackelt
Nächster Artikel
Veranstaltungsmarathon in der Innenstadt

Mit den Tafel-Chefs Häuser und Brühl (3. u. 4. v. l.): Bundestafeltreffen  in Göttingen.

Quelle: Mischke

Dieser Trend, sagt Martina May von der Geschäftsführung der Göttinger Tafel, sei auch in der Göttinger Organisation festzustellen: „Wir können nicht klagen, die Spenden nehmen eher zu.“ Die deutschen Tafeln versorgen bedürftige Menschen gegen die symbolische Zahlung einer Münze mit einwandfreien Lebensmitteln, die aus unterschiedlichen Gründen jedoch nicht mehr in den normalen Lebenmittelhandel eingebracht werden. In Deutschland gibt es zurzeit 848 Tafeln.

Allerdings steht dem ansteigenden Sachspendenaufkommen eine noch stärker anwachsende Zahl von Bedürftigen gegenüber, so dass die Abgabe von Waren pro Kopf etwas gesunken sei, betonte Häuser. Dieser Trend werde sich fortsetzen, erwartet der Tafel-Chef: Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt werde sich zeitverzögert auch bei den Tafeln bemerkbar machen - vor allem dann, wenn die Menschen, die jetzt arbeitslos würden, im kommenden Jahr vom Arbeitslosengeld II leben müssten.

Ziel der Tafeln sei es daher, die Zusammenarbeit mit den Herstellern und Händlern von Lebensmitteln zu pflegen und weiter zu intensivieren. Außerdem werde die Organisation verstärkt Unternehmen aus lebensmittelfremden Branchen, beispielsweise aus den Bereichen Energieversorgung, Umweltschutztechnik oder Mineralölkonzerne, um Unterstützung bitten. 

Tafel-Vizechef Jochen Brühl hob das Pfandspendenprojekt des Discounters Lidl hervor: In allen Filialen könne der Kunde das Flaschenpfand per Knopfdruck am Automaten direkt dem Bundesverband spenden. 

Es gehe den Tafeln nicht in erster Linie um eine Bekämpfung des Hungers, führte Häuser weiter aus. Mit den Spenden sollten die Bedürftigen von Ausgaben für Lebensmittel entlastet werden, um ihnen eine breitere Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Die Politik forderte Häuser zu einem verstärkten Kampf gegen die sich ausbreitende Armut auf.

hein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Bilder der Woche vom 14. bis 20. Oktober 2017