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7000 Kilometer in einem Käfer

Spendenprojekt: Von Göttingen nach Gambia 7000 Kilometer in einem Käfer

„Ich hoffe, dass ich ankomme“, sagt Florian Töpperwien. Der Göttinger nimmt mit einem alten Volkswagen Käfer an der 7000 Kilometer langen „Rallye-Dresden-Dakar-Banjul“ teil - für den guten Zweck. „Ich mache diese Tour zum ersten Mal“, sagt Töpperwien, während er vor dem umgebauten Kultauto steht.

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Florian Töpperwien: Mit seinem Käfer geht er auf Tour nach Gambia.

Quelle: Hinzmann

Göttingen/Landwehrhagen. Der Wagen ist etwas höher als gewöhnlich, hat Offroad-Räder, eine individuell angefertigte Bügelkonstruktion und eine andere Stoßstange. Von hinten ist der Wagen, bis auf die Rückleuchten, als Käfer nicht wiederzuerkennen. Ein für einen Käfer monströs anmutender 70-PS-Motor ziert das Heck.

Knapp 5000 Euro in das Auto investiert

Knapp 5000 Euro hat Töpperwien in das Auto investiert. „Wirtschaftlich darf man das nicht durchrechnen“ sagt der Göttinger. Aber: „Die Sache mit dem Hilfsprojekt im Hintergrund gefällt mir gut.“ Am Ende der dreiwöchigen Rallye werden in Gambia alle teilnehmenden Fahrzeuge versteigert. Der Erlös geht an die Dresden-Banjul-Organisation, die damit verschiedene Hilfsprojekte wie Armenspeisung oder die Schulbildung von Kindern in Gambia finanziert. „Ich rechne mit etwa 1500 bis 3000 Euro Erlös für den Wagen“, sagt der gelernte Kfz-Mechaniker. In Deutschland bekäme er ein vielfaches davon für den umgebauten Käfer. Es sei die Verbindung von Abenteuer und dem wohltätigem Zweck, die ihn reize.

Während der Rallye, die in Dresden startet und an der etwa 50 Fahrzeuge teilnehmen, werden ein Freund und seine Lebensgefährtin ihn jeweils eine Hälfte der Strecke begleiten, auf der es unter anderem 600 Kilometer Wüste zu bewältigen gibt. „Wir werden versuchen, in Pensionen unterzukommen, haben aber auch ein Zelt dabei“, erzählt der Käfer-Fan. Ansonsten sei es „auch mal schön, in der Wüste unter freiem Himmel zu schlafen“.

Umbau des Autos

Die nötigen Teile für den Umbau des Autos zu besorgen, war kein Problem. Florian Töpperwien sitzt „an der Quelle“. Er ist Inhaber des Werks 34, ein „Volkswarenhaus“, das sich auf VW-Teile spezialisiert hat. „Wir haben alles da, um einen Käfer aus Neuteilen zu bauen“, beschreibt der 43-Jährige den Umfang des Lagers und fährt fort: „Es gibt nicht viele wie uns, die Kunden kommen teilweise aus Japan, Großbritannien und Israel hierher.“ Auf rund 9000 Quadratmetern sammeln sich die Autoteile.

Auf die Frage, warum er die Rallye ausgerechnet mit diesem Auto antrete, antwortet er: „Viele fahren mit irgendeinem alten Benz, ich fand es viel interessanter, das mit einem Käfer zu machen.“

Von Yannick Höppner

Route und Gambia 44

Landwehrhagen. Die „Rallye-Dresden-Dakar-Banjul“ wird seit 2006 vom Dresdener Verein Breitengrad organisiert. Die Rallye startet in Dresden und führt die Teilnehmer zunächst durch Frankreich und Spanien. Aus der Hafenstadt Algeciras werden die Fahrzeuge mit einer Fähre nach Marokko übergesetzt. Von dort führt die Route durch die Westsahara nach Mauretanien und weiter in den Senegal, ehe die Rallye in Gambia endet. Am Ende werden die Fahrer rund 7000 Kilometer zurückgelegt haben.
Das Besondere: In Banjul, der Hauptstadt Gambias, werden alle teilnehmenden Fahrzeuge versteigert. Die Erlöse werden von der „Dresden-Banjul-Organisation“ gesammelt und gehen an verschiedene Hilfsorganisation in Gambia, wie die Organisation angibt. Die Republik in Westafrika, die größtenteils vom Senegal umschlossen ist, hat rund 1,7 Millionen Einwohner und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt.

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