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Sperrung des Göttinger Sandwegs aufgehoben

Situation „durchaus zu verkraften“ Sperrung des Göttinger Sandwegs aufgehoben

Die Stadt Göttingen ist von Überschwemmungen verschont geblieben – bis auf den gefluteten Sandweg. Erst am Dienstagmittag wurde die Sperrung der Straße, über die pro Tag etwa 15 000 Fahrzeuge rollen, aufgehoben. Schon forderten einige Autofahrer wieder eine Brücke. Doch das könnte teuer werden.

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Die Flüthe verwandelte sich am Montag in einen reißenden Fluss. Erst Dienstagmittag wurde die Sperrung des Sandwegs aufgehoben.

Quelle: Heller

Göttingen. Ohnehin habe die Hochwassersituation am Montag den Fachleuten „keinerlei Kopfzerbrechen bereitet“, betont Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Ein Höchststand am Pegel Göttingen von 2,35 Meter wie am Montag sei durchaus zu verkraften gewesen – auch wenn das erneut auch Auswirkungen auf die Flüthe hatte, die den Sandweg am Kiessee überspülte und zur Sperrung führte. Die Flüthe führt Wasser aus der Leine.

 
In den vergangenen Jahren wurden nach Angaben von Johannson aber weitaus höhere Pegelstände gemessen: Beim Hochwasser 2007 waren es demnach 2,60 Meter, 2002 wurden 2,55 Meter gemessen, und beim Extrem-Hochwasser 1981 lag der Pegelstand gar bei 3,84 Meter. „Da war am Montag also noch Luft nach oben“, sagt Johannson. „Eine Bewährungsprobe für den Hochwasserschutz ist der Stadt also erspart geblieben.“

 
Dennoch musste der Sandweg zum wiederholten Mal in diesem Jahr gesperrt werden. Um jegliche Sperrung wegen Hochwassers zu vermeiden, gebe es nur eine Lösung, erklärt Johannson. „Man müsste dort eine Brücke über dem Hochwasserspiegel bauen.“ Die jüngsten Kostenschätzungen dafür hätten bei etwa 2,5 Millionen Euro gelegen. „Diesen finanziellen Aufwand hat man in der Vergangenheit gescheut“, erklärt der Verwaltungssprecher.

 
Stattdessen wurde Ende der 90er-Jahre der Durchlass der bestehenden Brücke so umgebaut, „dass sperriges Material den Durchfluss deutlich weniger einschränken kann“. Seitdem habe sich die Zahl der Sperrtage am Sandweg „weit mehr als halbiert – ohne dass die Stadt zu einer Millioneninvestition greifen musste“, sagt Johannson.

 
Stattdessen habe die Verwaltung mit Unterstützung des Landes von 2011 bis 2013 rund fünf Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert. Nicht standfeste Deichabschnitte der Leine wurden mit Spundbohlen verstärkt, die der Innenstadt zugewandten Deiche auf ganzer Länge um einen halben Meter erhöht. Außerdem wurde in der Godehardstraße ein Schöpfwerk zur Entlastung des Leinekanals bei Hochwasser gebaut.

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