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„Gekipptes Fenster ist offenes Fenster“

Vorbeugung vor Wohnungseinbrüchen „Gekipptes Fenster ist offenes Fenster“

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit hat die Göttinger Polizei ihre Präventionsaktion zum Schutz vor Wohnungsaufbrüchen begonnen. Zum Auftakt zogen am Montagabend zwei Präventionsteams durch gefährdete Straßenzüge in Nikolausberg.

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Yvonne Hebestreit und Marko Otte lassen sich von Hausbesitzer August Schlote die Sicherheitseinrichtungen seines Hauses zeigen.

Quelle: Arne Bänsch

Nikolausberg. So hatte es in Nikolausberg kürzlich Einbrüche unter anderem in den Straßen „Auf der Lieth“ und „Am Brachfelde“ gegeben. Dort waren am Montagabend Yvonne Hebestreit und Marko Otte unterwegs, im westlichen Ortsteil ihre Kollegen Jacqueline Emmermann und Jörg Arnecke - alle als Polizisten mit gelben Westen kenntlich gemacht. Es dauerte nicht lange, bis Hebestreit und Otte einige Nachlässigkeiten auffielen, die aus einer Gelegenheit schnell Diebe machen kann. Vor allem gekippte Fenster, die für geübte Einbrecher so gut wie eine Einladung sind, seien eine Sicherheitslücke, meinte Otte: „Ein Griff hinein, und in in zehn Sekunden kann ein Fenster offen sein. Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster.“

Wenn Hebestreit und Otte eines fanden, klingelten sie an der Haustür. Nicht immer waren die Bewohner zuhause, aber wenn ein Nachbar öffnete, konnten die Beamten wenigstens ein Infoblatt mit Hinweis auf das akute Versäumnis hinterlassen. Am Haus von August Schlote in der Straße Am Schlehdorn entdeckten Hebestreit und Otte gleich vier auf Kipp gestellte Fenster - trafen aber auch auf einen sehr problembewussten Hausherren: Schlote hatte sein Haus technisch gut gegen Einbrüche gesichert. Otte: „Tolle Beschläge, eine wunderbare Tür - vorbildlich.“ Gut gefiel den Präventionspolizisten auch, dass sie an mancher Haustür durchaus argwöhnisch beobachtet wurden - ein gesundes Misstrauen angesichts der falschen Polizisten, die auch in diesem Jahr mehrfach unterwegs waren.

Ein Einfallstor für Einbrecher, erklärte Hebestreit, sind nicht nur Fenster, sondern auch Balkone. Hinter der Balustrade können sie sich gut verstecken, die Balkontür ungesehen aufhebeln. Sind sie erst einmal in der Wohnung, können die Einbrecher schalten und walten, wie sie wollen - obwohl sie in der Regel bestrebt sind, alles im Eiltempo zu durchwühlen, um so schnell wie möglich samt Beute die Wohnung zu verlassen. Das richtige Rezept gegen Einbrecher ist es, das Aufbrechen der Wohnung so schwierig und zeitaufwendig wie möglich zu machen, erläuterte Otte, Und: „Eine gute und aufmerksame Nachbarschaft ist Gold wert.“

Vor Weihnachten mehr Einbrüche

50 Prozent der Einbrüche geht auf das Konto organisierter Einbrecherbanden, zehn Prozent auf Gelegenheitsdiebe. „Der Rest ist Beschaffungskriminalität“, fasst Marko Otte die Erkenntnisse der Polizei zusammen. Zurzeit sei Einbruchs-Hochsaison, weil nach der Zeitumstellung die Dämmerung bereits beginnt, bevor die Bewohner von der Arbeit in ihre Wohnungen zurückkehren. Außerdem können Einbrecher davon ausgehen, dass in der Vorweihnachtszeit mehr Geld und wohl auch wertvolle Geschenke in den Wohnungen zu finden sind als zu anderen Zeiten. An jedem ersten Donnerstag im Monat gibt es im Weender Dienstgebäude der Göttinger Polizei in der Otto-Hahn-Straße 2 von 18 bis 20 Uhr kostenlose Informationsveranstaltungen zum Thema Wohnungseinbrüche. Auftakt ist am 3. November. Anmeldungen werden unter Telefon 05 51 / 4 91 23 06 entgegengenommen.

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