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Überfall, Flucht und schwerer Unfall

Prozessbeginn wegen Spielhallenüberfall Überfall, Flucht und schwerer Unfall

Die kriminell Energie war hoch, die Beute gering: Um einen bewaffneten Überfall auf eine Spielhalle, eine spektakuläre Flucht, einen schweren Unfall und drei Festnahmen ging es am Mittwoch im Landgericht.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die drei Angeklagten, so die Staatsanwaltschaft, haben sich gemeinsam der schweren räuberischen Erpressung schuldig gemacht. Sie hätten sich zu einem Überfall auf die Flippothek in Göttingen verabredet. Am frühen Morgen des 12. Oktober 2010 betrat einer der Männer, ein 25-jähriger Libanese, maskiert die Spielhalle, hielt dem Spielhallenangestellten ein Messer an die Brust und verlangte Geld, allerdings nicht auf Deutsch. Die vorgehaltene Plastiktüte war jedoch Hinweis genug: Der Angestellte packte dem Räuber gut 2500 Euro hinein.

Währenddessen warteten vor der Spielhalle die beiden anderen, ein 29-jähriger Deutscher und der 34-jährige Bruder des Geldeinsammlers, in einem BMW mit laufendem Motor, eingeschaltetem Licht und Warnblinkanlage, bis sich der 29-Jährige in den Wagen stürzte. Es sei der 29-Jährige gewesen, der dann Vollgas gegeben und auf die B 3 in Richtung Bovenden gefahren sei, so die Anklageschrift. Eine Zeugin des Überfalls hatte sich in ihren Wagen gesetzt und verfolgte das Trio. Auf bis zu 160 Stundenkilometer habe der BMW beschleunigt, sagte die Frau später der Polizei.

Die Flucht war jedoch schnell beendet. Mit hohem Tempo fuhr der BMW bei Bovenden ab. Auf der Kuppe der Kreuzung mit der Zufahrt auf die B 3 in Richtung Süden rammte der BMW den Wagen eines anderen Autofahrers - so stark, dass sich dessen Fahrzeug drehte. Der Mann wurde erheblich verletzt.

Das Trio stürzte aus dem zertrümmerten BMW und flüchtete in Richtung Bovenden. Einer soll noch kurz versucht haben, dem verletzten Autofahrer Erste Hilfe zu leisten, flüchtete dann jedoch ebenfalls.
Ihre Freiheit währte allerdings nicht lange. Kurze Zeit später nahm die Polizei die drei Männer fest. Zunächst wurden sie in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf untergebracht, kamen aber Mitte Februar wieder auf freien Fuß.

Über ihre Verteidiger kündigten die Angeklagten an, sich zu den Vorwürfen äußern zu wollen. Der 29-jährige Deutsche wolle allerdings nicht selbst sprechen, erklärte sein Anwalt Oliver Hille. „Aufgrund seiner nicht unerheblichen Erfahrung mit Gerichten“, so Hille, „tut er sich etwas schwer mit Aussagen“. Er ist auch der Körperverletzung, Fahrens ohne Führerschein, Unfallflucht und Straßenverkehrsgefährdung angeklagt.
Die Verhandlung wird am Donnerstag, 27. April, fortgesetzt. Dann sollen die ersten Zeugen gehört werden.

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