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Mehl im Haar

Spielmobil in Flüchtlingsunterkunft Mehl im Haar

Sie haben gebastelt, gespielt und getobt: Für rund 20 Kinder, die mit ihren Eltern in der Flüchtlingsunterkunft im Nonnenstieg wohnen, war der Besuch des Spielmobils der „Falken“ und des Beratungs- und Aktionszentrums Friedland (BAZ) ein tolles Erlebnis. 

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Spaß mit Mehl: Besuch des Spielmobils in Flüchtlingsunterkunft.

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Sahid kann nichts mehr aufhalten: Jauchzend wirft der 7-Jährige eine Portion Mehl in die Luft. Dass das weiße Pulver eigentlich dazu gedacht war, um in Luftballons gefüllt zu werden und die Ballons so in Bälle zu verwandeln, interessiert den kleinen Syrer nicht im Geringsten. Braucht es auch nicht: Es ist genug Mehl vorhanden, außerdem gehört dieser Nachmittag den Kindern: Sie sollen sich einmal so richtig austoben.

„Wir wollen ihnen Abwechslung vom Unterkunftsalltag verschafften“, sagt Johanna (25). „Wir“, das sind Johannas BAZ-Kollegin Jana (23) sowie Leonard (22) und Christopher Krauß (34) von der sozialistischen Jugendorganisation „Die Falken“. Sie haben eine Menge Spielsachen mitgebracht, unter anderem Fußbälle, ein riesiges Schwungtuch und Diabolos zum Jonglieren. Außerdem was zu naschen. „Wer will Schokolade?“, fragt Leonard und alle brüllen „ich“. „Dann müsst ihr mir aber beim Aufräumen helfen“, ruft der junge Mann, doch seine Aufforderung wird von den Jungen und Mädchen geflissentlich ignoriert. Nur nicht von Esra. „Ich helf dir“, sagt die zehnjährige Syrerin und schickt gleich eine Begründung hinterher: „Ich bin nämlich schon groß.“

Die Kinder sprechen schon fließend und fast akzentfrei Deutsch

Sprachschwierigkeiten haben die Kinder übrigens kaum, einige sind noch nicht mal ein Jahr hier und sprechen schon fließend und fast akzentfrei Deutsch. So wie Nazar (14) aus dem Irak, der mit Begeisterung Fußball spielt und erzählt, dass sein Lieblingsteam Real Madrid ist. Oder wie Poja (9) aus Afghanistan, der auch gerne kickt, dabei aber stets pflichtbewusst auf seine kleine Schwester Sarena (6) aufpasst.  Auch ein deutscher Junge war gekommen. „Ich finde es wichtig, dass er und die Flüchtlinge sich möglichst früh kennenlernen“, sagt Heike Hauer, die Großmutter des siebenjährigen Joels.

„Wir wollen mit dem Spielmobil noch weitere Unterkünfte besuchen, und zwar regelmäßig“, kündigt Christopher Krauß an. Jawed Yazdani, in der Unterkunft am Nonnenstieg als Sozialarbeiter tätig, begrüßt das sehr: „Das war heute eine ganz tolle Aktion – ich hoffe, das Spielmobil besucht uns bald wieder.“

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