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Sport - mal bunt, mal im Eigentest

Wochenendkolumne Sport - mal bunt, mal im Eigentest

Sportberichterstatter klagen schon mal über belastete Tipp-Finger, wenn sie im Live-Ticker im Internet über ein Basketball-Spiel berichtet haben. Oder über Rückenschmerzen, wenn sie abends zu lange am Computer hockten, damit das aktuelle Geschehen auch pünktlich am nächsten Morgen in der gedruckten Zeitung zu lesen ist.

Derzeit klagen sie eher über Muskelkater an Stellen, an denen sie bisher gar keine Muskeln vermutet hatten. Der Grund ist ebenso einfach wie selbstverschuldet: Die Sportredaktionen aus dem Eichsfelder Tageblatt (voran Vicki Schwarze) und dem Göttinger Tageblatt sind in diesen Wochen dabei, diverse Sportarten selbst auszuprobieren. Etwa die erwähnte Kollegin beim Radpolo. Der nächste spielte Dart, der andere Badminton – mehr sei noch nicht verraten. Nur eines: Es liest sich ebenso amüsant wie interessant. Start ist am kommenden Freitag - und danach gibt es alle zwei Wochen das Neueste aus der Serie: Sportredakteure im Härtetest.

Terminlich war die Woche für die Redaktion ebenfalls ein Härtetest. Mit ebenso spannenden wie vieldiskutierten Themen. Etwa die Debatte um die neuen Sonnenschirme vor dem Alten Rathaus – und ob die nun zu groß seien und die steinernen Löwen links und rechts des historischen Gebäudes verdeckten. Ich möchte mal behaupten, diejenigen, die sich darüber gerade so aufregen, haben genau diese Löwen vorher eher selten eines Blickes gewürdigt. In den kommenden zwei Wochen wird man dafür auch die Sonnenschirme kaum sehen können - weil vom kommenden Montag an die Bauten des Ostermarktes sie verdecken. Dafür ist der Blick nach oben frei - dorthin, wo die alte Turmuhr des Rathauses wieder ihren Platz eingenommen hat, liebevoll restauriert vom Göttinger Juwelier und Uhrmachermeister Lüttge. Und nach Ostern gibt es dann ohnehin mit Sicherheit wieder andere Themen, über die man diskutieren kann.

Vielleicht ja über die Frage, ob die neue Göttinger Sportarena, Sparkassen-Arena genannt, nicht doch ein wenig zu bunt geraten ist? Vor mehr als einem Jahr hat das Tageblatt zwei Skizzen dazu abgedruckt und darunter geschrieben: „Farbig, aber dezent“. So sahen die Entwürfe auch aus. Über die Umsetzung ins eher knallrote-knallorange auf 92 Metern Länge und 11,30 Metern Höhe gehen nun die Meinungen deutlich auseinander. Da fühlt sich Stadtbaurat Thomas Dienberg sofort wieder an seine eigene Idee erinnert: Einmal die Göttinger Bürger an Hand einzelner Beispiele darüber abstimmen zu lassen, was sie für gute Architektur halten – und was nicht. Das Problem dabei ist nur: Wenn das geschieht, stehen die Gebäude schon. Sind rot oder sonstwie angestrichen – Beispiel Kreishaus. Sei dem wie es sei: Ein Weg zu Göttingens neuester Sporthalle lohnt sich schon allein wegen des ungewohnt bunten Anblicks.

Gewohnt ist (wie stets zu Semesterbeginn) der Anblick marodierender Erstsemester, die auf Einkaufswagen klirrende Bierkisten durch die Fußgängerzone ziehen und dann am Gänseliesel saufen, bis der Notarzt kommt. Waren übrigens allesamt angehende Mediziner. Das nennt man dann wohl Praxistest an der eigenen Leber.

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