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Sportangelverein versenkt gut 100 Tonnen Kies für Äschen

Fischen ein neues Bett gebaut Sportangelverein versenkt gut 100 Tonnen Kies für Äschen

Äschen vermehren sich wie Menschen - meist im Bett. Ihr Flussbett muss freilich aus grobem Kies bestehen, gut durchströmt und sauber sein, ehe es zum Laichbett wird. Auf gut 300 Quadratmetern gibt es nun wieder eine solche Stelle in der Leine.

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Haben den Äschen ein neues Bett bereitet: Thorsten Bierfreund (l.) und Udo Kolbe.

Quelle: Gückel

Göttingen. Der Sportangelklub Göttingen hat mit 100 Tonnen grobem Kies der vom Aussteben bedrohten Äsche ein neues Bett bereitet.

Früher, als das Kraftwerk am Freibad noch nicht zurückstaute, war der Leine-Abschnitt zwischen Flüthewehr und Kiessee ein ideales Revier für die Edel-Salmoniden. Doch hier, wie fast überall in Niedersachsen, ist der Bestand der farbenfrohen Lachsartigen stark bedroht - durch Flussbegradigungen, Verschmutzungen, verschlammte Kiesbänke, nicht zuletzt auch durch die Zunahme der Kormorane.

Die Leine im südlichen Stadtgebiet wäre da eigentlich ein idealer Überlebensraum: genügend Strömung, sandiger Untergrund, Deckung und Beschattung durch Bäume, viel Fußgängerverkehr, was Kormorane abschreckt. Doch der Untergrund des Flusses ist verschlammt und „regelrecht verbacken“, sagt Thorsten Bierfreund, stellvertretender Vorsitzender der Sportangler.

Von diesem verhärteten Sediment haben Bagger an der Stegemühle 15 Zentimeter abgetragen, 80 Tonnen dieses Schlicks beseitigt und durch gut 100 Tonnen groben Kies mit einem Durchmesser von zwei bis drei Zentimetern ersetzt.

Dieser wird durch das Wasser aus dem Kraftwerk gleichmäßig durchströmt und ist auch nach Überzeugung eines eigens eingeschalteten biologischen Sachverständigen geeignet für eine erfolgreiche Äschen-Brut.

Die Idee dazu hatten Bierfreund und Vereinskollege Udo Kolbe. Vorsitzender Udo Hillebrand unterstützte das Projekt, und auch das Umweltamt der Stadt sowie als Finanziers das Land Niedersachsen konnte man überzeugen. Aus Lands- und EU-Mitteln wird die 15 000 Euro teure Maßnahme finanziert.

Die Angelsportler müssen zehn Prozent davon tragen. „Das machen wir gern“, spricht Bierfreund für die gut 350 Mitglieder. Als nächstes freilich müssen erst einmal wieder laichfähige Äschen in diesen Bereich der an vielen Stellen undurchlässigen Leine angesiedelt werden.

Das geschieht durch ein Elektro-Fischen an anderen Stellen, wo es den Edelfisch noch gibt. Wenn an der Stegemühle dann genug junge Äschen aufkommen, werden einige wieder zurückgesetzt. Denn verloren gehen dort keine: Der Bereich gehört den Stadtwerken Göttingen, ist als Wasserschutzgebiet eingezäunt und wird nicht beangelt.

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