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Spraydose als Flammenwerfer

Brisante Mischung Spraydose als Flammenwerfer

Weil er sein eigenes Apartment in Brand gesteckt hat und danach mit einer Spraydose als Flammenwerfer im Treppenhaus einen vollgehängten Wäscheständer abflammte, soll ein 27 Jahre alter Göttinger dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht werden. Die Staatsanwaltschaft, so ihr Sprecher Andreas Buick, hat einen Sicherungsantrag beim Landgericht gestellt.

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Es war eine brisante Mischung, die am Morgen des 6. August dieses Jahres in einer Mini-Wohnung an der Groner Landstraße aufgetürmt und entflammt wurde: Auf einem hölzernen Lowboard in seinem Wohnzimmer hatte der 27-Jährige erst Papier, dann Stahlwolle, darauf eine Rolle Paketklebeband und schließlich eine Platzpatrone drapiert. All das krönte er mit einer gefüllten Farbsprühdose und steckte es an. Die Platzpatrone sollte offenbar explodieren, die hochexplosive Spraydose hätte einen bunten Feuerball erzeugt. Nur durch glückliche Umstände kam es nicht zur Explosion.

Der junge Mann hatte gegen 10.30 Uhr seine Wohnung in der Groner Landstraße verlassen, nachdem er das Feuer gelegt hatte. Im Weggehen entdeckte er auf dem Treppenabsatz des dritten Stocks einen vollen Wäscheständer. Mit dem Feuerzeug entzündete er den Sprühstrahl einer weiteren Farbdose und flammte damit die Wäsche ab. Mitbewohner riefen die Feuerwehr, die beide Brände schnell löschte, ehe es zu einem Gebäudeschaden kam.

Der Fall von gefährlicher Brandstiftung eines bewohnten Hauses führte zu einem psychiatrischen Gutachten über die Schuldfähigkeit des Täters. Das liegt nun vor. Darauf basierend verfasste die Strafverfolgungsbehörde eine Antragsschrift zur Unterbringung des 27-Jährigen. Dieser leide an einer Psychose des schizophrenen Formenkreises. Wiederholungsgefahr drohe, prognostizierte der psychiatrische Sachverständige.  Einen Verhandlungstermin beim Landgericht in dem Fall gibt es derzeit noch nicht.

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