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St. Albani bekommt neue Glocken

Großprojekt St. Albani bekommt neue Glocken

Die evangelische Kirchengemeinde St. Albani hat es geschafft, 300 000 Euro für vier neue Glocken zu sammeln. Das neue Geläut für die Kirche sei bereits bestellt worden, sagte Marianne Mühlenberg von der Gemeinde. Die Glocken sollen Ende März gegossen werden.

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Eine der maroden alten Glocken von St. Albani. Die neuen Glocken sollen mit bildlichen Darstellungen versehen werden - links der Entwurf eines Phönix als Symbol für Jesus Christus.

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Seit Mitte 2013 hatte die Gemeinde Geld für das Großprojekt gesammelt. Die derzeitigen Glocken im Kirchturm stammen aus dem Jahr 1951. Weil sie aus Gussstahl sind, haben sie das Ende ihrer Lebensdauer bereits erreicht. Ältere Glocken der Kirchengemeinde waren im Ersten und Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen worden, um das Material für die Rüstungsindustrie zu verwenden. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sich die Kirchengemeinde nur die weniger haltbaren Gussstahlglocken leisten.

Diese drei alten Glocken sollen durch vier neue Bronzeglocken ersetzt werden, die eine Lebensdauer von rund 400 Jahren haben. Das Geld wurde durch Spenden und bei Benefizveranstaltungen aufgebracht. Unter anderem hat auch die katholische Kirchengemeinde St. Paulus Türkollekten für die Glocken gesammelt.

Für die kleinste und die größte Glocke gibt es zudem Stifter, wie Mühlenberg erläutert. Die vier Glocken zusammen kosten rund 150 000 Euro. Die weiteren 150000 Euro sind für die Einbauarbeiten und das Läutewerk vorgesehen. Die größte Glocke wiegt 3700 Kilo, die kleinste 1000 Kilo.

Die Glocken sollen mit bildlichen Darstellungen und Sprüchen verziert werden. In dem Jahr, in dem 500 Jahre Reformation gefeiert werden, soll auf jeder der vier Glocken auf Lateinisch eines der reformatorischen „Soli“ („Allein“) stehen. Die vier Soli - allein durch den Glauben, Christus allein, allein aus Gnade, allein aufgrund der Schrift - bringen grundlegende reformatorische Einsichten auf den Punkt. Auf jeder Glocke soll es zu jedem „Allein“ einen passenden Bibelspruch und zwei bildliche Darstellungen geben, die der Künstler Peter Luban anfertigt. Zum Grundsatz „solus Christus“ soll es etwa die Darstellung eines Phönix geben. Der sagenhafte Vogel, der verbrennt und aus seiner Asche wiederersteht, gilt als Symbol der Auferstehung und damit für Jesus Christus.

Von den alten Glocken sollen die beiden größeren eingeschmolzen und die kleine möglicherweise auf dem Kirchengelände aufgestellt werden.Die neuen Glocken sollen laut Pastor Martin Hauschild im September auf dem Göttinger Marktplatz präsentiert und am 29. Oktober geweiht werden und erstmals erklingen.

Buch "Alein"

Zu den vier reformatorischen „Allein“-Grundsätzen, auf die bei der Beschriftung der Glocken Bezug genommen wird, hat die Albani-Kirchengemeinde 2015 eine Vortragsreihe organisiert. Die fünf Vorträge zu dem Thema sind mittlerweile als Buch erschienen. Darin geht es auch um die Frage, wie die reformatorischen „Allein“ heute im ökumenischen Kontext verstanden werden könne.
Hendrik Munsonius (Hg.): Reformation und Gegenwart. Evangelisches Profil durch ein vierfaches „Allein“. Universitätsverlag Göttingen, 79 Seiten, 12 Euro oder PDF-Ausgabe unter gturl.de/albani.

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