Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
St. Michael Göttingen wird am 13. September wieder eingeweiht

Abstraktes Aussehen St. Michael Göttingen wird am 13. September wieder eingeweiht

Der radikale Innenumbau der katholischen Kirche St. Michael in Göttingen ist nahezu abgeschlossen. Reduziert, abstrakt, fast ohne gegenständliche Kunst: So präsentiert sich die Kirche in Zukunft. Das Gebäude wird am 13. September wieder eingeweiht.

Voriger Artikel
Antje Beuermann aus Hann. Münden vermisst
Nächster Artikel
Tageblatt-Wetter: Sonnig mit Spitzentemperaturen

Das neue Gesicht von St. Michael. Noch fehlen die weißen Bänke und das Kreuz.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Nach anderthalb Jahren Sanierung hat die Kirche im Innern ihr neues Gesicht erhalten. Es ist durch klare, abstrakte Formen und die Konzentration auf wenige Materialien und weiße Farbe gekennzeichnet. Auch Altar, Ambo und Taufbecken haben abstrakte, schlichte Formen. Die Kirche ist komplett weiß gestrichen, es gibt weiße Kirchenbänke, und auch die Orgel wird noch weiß verkleidet. Vor den nun farblosen Fenstern sind Alabaster-Elemente aufgestellt. Die Kirche sei heller und leerer geworden, so Pater Manfred Hösl – „ein Kontrastraum für die pulsierende Welt draußen in Göttingens Fußgängerzone“.

 
Es werde in St. Michael nur noch drei gegenständliche Darstellungen geben. Im Altarraum werde ein Kreuz aus Messing und Glas aufgehängt. Das Kreuz ohne Corpus werde von Pater Abraham Fischer aus der Benediktinerabtei Königsmünster gefertigt. Eine neue Ikone für die Marienkapelle habe die Gemeinde von Pfarrer Franz Leenders, einem Ikonenexperten des Bistums, geschenkt bekommen.  Als drittes Element werde es eine Skulptur der Heiligen Edith Stein (1891-1942) geben, die eine Zeit lang in Göttingen studierte. Die Skulptur des Künstlers Peter Marggraf werde aber nicht bis zur Einweihung fertig.

 
Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf rund eine Million Euro. Den Großteil davon trägt das Bistum Hildesheim, das in diesem Jahr sein 1200-jähriges Bestehen feiert. In der Kirche wurde auch ein Fußboden aus Lavabasalt verlegt und eine Fußbodenheizung eingebaut.

 

Foto: Pförtner

Zur Bildergalerie

 
Über die Innenrenovierung war in der Gemeinde zunächst kontrovers diskutiert werden. Befürworter der Umgestaltung hatten die klare, abstrakte Raumwirkung des Entwurfs gewürdigt. Kritiker sprachen dagegen von einem „kühlen Entwurf“ und einem „atmosphärischen Eisschrank“. Hösl hofft, dass das neue Aussehen Menschen außerhalb der Kerngemeinde einen neuen Zugang zum Glauben ermöglicht.

 
St. Michael war die erste katholische Kirche in Göttingen nach der Reformation. Sie wurde 1787 bis 1789 zunächst als schlichte Saalkirche gebaut und im Jahr der französischen Revolution geweiht. 1815 erhielt die Kirche zunächst ein einfaches Holztürmchen und eine Glocke.

 
Die Kirche in der Kurzen Straße 13 wird am Sonntag, 13. September, um 15 Uhr mit dem Hildesheimer Weihbischof Heinz-Günter Bongartz wieder eingeweiht. Der Gottesdienst soll in den Innenhof übertragen werden.

 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 3. bis 9. Dezember 2016