Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Ermittlungen gegen Diakonie-Mitarbeiterin

Unregelmäßigkeiten in der Abrechnung Ermittlungen gegen Diakonie-Mitarbeiterin

Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt gegen eine Mitarbeiterin der Göttinger Diakoniestation wegen Abrechnungsbetrugs. Sie soll Leistungen Dritter mit der Pflegekasse abgerechnet haben, und zudem zu hohe Rechnungen ausgestellt haben. Der Konflikt mit einer Patientin hat den Missstand aufgedeckt.

Voriger Artikel
Tempolimit auf der A 7 gefordert
Nächster Artikel
Unfallflucht mit falschem Führerschein

Abrechnungsbetrug bei der ambulanten Patientenversorgung kommt die Pflegekassen teuer zu stehen.

Quelle: dpa

Göttingen. Im Dezember wurden im Zuge einer Hausdurchsuchung Unterlagen sichergestellt, bestätigte Andreas Buick, Sprecher der Staatsanwaltschaft, jetzt die Ermittlungen. Aktuell werde geprüft, in welchem Umfang und in welchem Zeitraum die Mitarbeiterin die Rechnungen manipuliert habe. Informationen, wonach sich die Fehlbeträge auf mehrere Millionen Euro summiert haben sollen, widerspricht Superintendent Friedrich Selter als Vertreter des Kirchenkreisvorstands: "Unserer bisherigen Erkenntnis nach liegt der Schaden ganz erheblich darunter." Man wolle aber nichts beschönigen. Ungenauigkeiten und Betrügereien würden egal in welcher Höhe gegen den Ethos der Einrichtung verstoßen.

"Das Ganze ist uns total peinlich", sagte Selter am Montag gegenüber dem Tageblatt. Daher habe man bereits im Sommer 2016, als der Fall bekannt wurde, mit der internen Aufarbeitung begonnen. Es sei korrekt, dass ein Teil der hauswirtschaftlichen Leistungen durch einen Kooperationspartner erledigt würden. Das sei auch gängige Praxis in der Branche, so Selter. Unklar ist allerdings, ob diese Praxis auch bei den Kassen bekannt war. "Die Diakoniestation steht massiv auf dem Prüfstand." Man habe sich dafür fachliche Hilfe in Abrechnungsfragen durch das diakonische Werk geholt. Gegen Ende des Jahres schaltete sich zudem das Rechnungsprüfungsamt der Hannoverschen Landeskirche ein. Hier werden seither die Abweichungen in den Abrechnungen untersucht.

Der Diakonieverband sei auf die betroffene Pflegekasse zugegangen und habe signalisiert, dass das Geld, das die Station fälschlich in Richung gestellt hat, zurückgezahlt werden, sagte Selter. Es sei seine Überzeugung, dass die Mitarbeiterin der Diakoniestation sich nicht habe persönlich bereichern wollen, sondern vielmehr Leistungen, die tatsächlich auch erbracht wurden, ungenau abgerechnet habe. "Ich unterstelle keinem unserer Mitarbeiter betrügerische Absicht."

Ambulante Pflegediensteinrichtungen werden regelmäßig von den Medizinischen Diensten der Krankenversicherung (MDK) überprüft. Auf der Internetseite des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen heißt es dazu: "Neben der Qualität der Pflege ist die Abrechnungsprüfung verpflichtender Inhalt der Qualitätsprüfungen." Die Göttinger Diakoniestation bekam noch im letzten Jahr die Note eins. Wenig später ermittelte der Staatsanwalt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Bilder der Woche vom 9. bis 15. September 2017