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Staatsschutz ermittelt gegen Northeimer Neonazi

Körperverletzung in der Roten Straße Staatsschutz ermittelt gegen Northeimer Neonazi

Der Northeimer Neonazi Roland R. hat in der Nacht zum 11. Juli ein junges Paar in der Roten Straße angegriffen und dabei einen 34-jährigen Mann verletzt. Der Angriff ereignete sich gegen 3.10 Uhr morgens auf Höhe des Börnerviertels.

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Quelle: Thissen/dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Nach Schilderungen von Rechtsanwalt Sven Adam, der den Verletzten juristisch vertritt, habe R. dem Mann einen Schlag mit der flachen Hand auf sein Ohr versetzt. Dieser habe zu Verletzungen im und am Ohr und zu einem Knalltrauma geführt.

Die Verletzungen mussten ambulant mehrere Stunden im Uni-Klinkum behandelt werden. „Das Opfer leidet noch heute an einem Tinnitus“, sagte Adam. Rs. Attacke sei von hinten erfolgt und nach der Wahrnehmung des Paares grundlos, allerdings waren die beiden Personen „alternativ“ (etwa schwarzer Kapuzenpulli oder Nieten-Accessoires am gekleidet. R. sei zum Zeitpunkt des Angriffs Teil einer größeren Gruppe gewesen, die sich jedoch nicht an den Tätlichkeiten Rs. beteiligt hätte.

Nach der Verständigung der Polizei habe die Gruppe zunächst die Flucht ergriffen, sei dann aber kurz darauf von den eintreffenden Polizeikräften gestellt. Dabei sei R. identifiziert worden. „Dem Angriff ging keinerlei Kontakt zu R. oder seiner Gruppe voraus. R. hat meinen Mandanten offenbar einzig aufgrund seiner Kleidung als links eingestuft und angegriffen“, sagte Adam.

„Wir haben daher nun Strafantrag wegen Körperverletzung gestellt und aufgrund der Gewaltbereitschaft von R. beantragt, die Adresse des Opfers in der Ermittlungsakte zu schützen“, erklärte Adam. R. zählt zu den führenden Kadern der Northeimer und südniedersächsischen Neonazis-Szene.

Polizeisprecher Joachim Lüther bestätigte den Vorfall. Bei der Göttinger Polizei hat in dem Fall das vierte Fachkommissariat – Staatsschutz und politisch motivierte Straftaten – die Ermittlungen übernommen. Eine politische Tat könne nicht ausgeschlossen werden, sagte Lüther. Weitere Angaben zu den Beteiligten machte Lüther nicht. Die Ermittlungen dauern an.

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