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Stadt Göttingen rechnet mit 2400 neuen Flüchtlingen

Ab Juni 2016 fehlen 1000 Flüchtlingsbetten Stadt Göttingen rechnet mit 2400 neuen Flüchtlingen

Eigentlich steht Göttingen bei der Unterbringung von Flüchtlingen gut da - noch. Den aktuell 995 Untergebrachten wird Wohnraum mit maximal zwei Betten je Raum geboten. Doch für 2016 rechnet die Stadt mit 2400 Neuzugängen.

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Ehemaliger Aldi-Markt, dann Angel-Geschäft, künftig Flüchtlingsunterkunft: Gewerbebau am Wagenstieg.  

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Voraussichtlich ab Ende Juni werden bis zu 1000 Betten fehlen. Dann werde es wohl Sammelunterkünfte in Gewerbehallen geben müssen.

Das rechnete Gerd Gruß, Fachbereichsleiter Soziales, dem Sozialausschuss gerade vor. Alles basierend auf ziemlich vagen Annahmen. Denn gerade beim Zugang bleibe Ungewissheit, sagt Gruß. Er verweist auf einen jüngsten Fall: 50 Neuzugänge waren für die Sammelunterkunft Funsporthalle erwartet worden. Dann wurden 150 binnen der nächsten Stunden gemeldet. Gekommen ist kein einziger. Der Zug hatte in Nürnberg gehalten, und alle waren ausgestiegen.

Ein Blick auf Vorjahre hilft nicht: 2013 waren es nur 195 Flüchtlinge, 2014 schon 371, im laufenden Jahr kamen bisher 728 dazu. Nach aktuellen Planungen hat die Stadt noch Reserven von 360 Betten bis zum Januar. Käme die Zuteilung danach kontinuierlich, würde das Bettenangebot bis Juni reichen. Denn etliche geplante neue Unterkünfte werden nach und nach fertig. Das ist zum einen eine Unterkunft in der Gustav-Bielefeld-Straße, und das sind Wohnungen der Westgrund. Belegt wird auch das Moritz-Jahn-Haus, das bisherige Bürgerhaus in Geismar.

Erhebliche Investitionen erfordert die Herrichtung eines ehemaligen Aldi-Marktes am Lutteranger (Wagenstieg). Dort stehe man kurz vor einem Mietvertrag. Die Stadt wolle aber nur maximal für fünf Jahre mieten. Verhandelt werde auch mit der Telekom. Der Komplex in der Philip-Reis-Straße sei aber zum Teil noch mit Technik belegt, zum Teil vermietet. Nur das so genannte Hochhaus stehe zum Wohnen bereit. Weitere Verhandlungen laufen mit der Firma Dawe für Wohnraum in Grone Süd.

Den Bau von ganz neuen Wohnheimen nach dem Vorbild auf den Zietenterrassen mit 100 bis 300 Plätzen plant die Stadt an vier Standorten: an der Europaallee und am Hagenweg in eigener Regie sowie ebenfalls am Hagenweg mit der Städtischen Wohnungsbau als Bauherrn. Diese Einrichtungen sollen für den sozialen Wohnungsbau nachgenutzt werden. Ein vierter Neubau in Holzbauweise an der Nohlstraße (Bauherr Städtische Wohnungsbau) soll später als Studentenwohnheim in Klinikumsnähe dienen.

Über all diese Projekte wird es am Donnerstag, 3. Dezember, ab 17.30 Uhr Auskunft in einer Bürgerversammlung im Neuen Rathaus (Ratssaal) geben.Wenn aber das Ziel, 3800 Betten bis Ende 2016, erreicht werden soll, müsse nun auch die Anmietung von Gewerberaum zur Einrichtung von Sammelunterkünften geprüft werden. Dann, so Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck, würden sich wohl künftig bis zu vier Personen einen Schlafraum teilen müssen.

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