Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Stadt Göttingen überarbeitet Kiesseeordnung

Reif für eine Überarbeitung Stadt Göttingen überarbeitet Kiesseeordnung

Die Untere Wasserbehörde macht sich an die Überarbeitung der Kiesseeordnung, deren 40 Jahre alte Fassung keinerlei Ausnahmegenehmigung zulässt. Dabei soll dem Artenschutz Geltung verschafft, aber die derzeitigen Alltagsnutzungen und Veranstaltungen weiterhin ermöglicht werden, teilt die Stadt mit.

Voriger Artikel
Mehr Platz für Flüchtlinge in Dransfeld
Nächster Artikel
Hells Angels wollen ihre Harleys zurück
Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die Behörde will neue Nutzungen zum Beispiel durch größere Wasserfahrzeuge nicht grundsätzlich ausschließen, sondern in einem Genehmigungsverfahren unter anderem auf artenschutzrechtliche Belange prüfen.

Mit dieser Stellungnahme habe die Stadt Göttingen noch einmal in der Diskussion um Freizeit- und Sportaktivitäten im Bereich des Kiessees Position bezogen und gleichzeitig auf einen offenen Brief des Stadtsportbundes reagiert, heißt es in einer Mitteilung.

Auslöser der Diskussion um die mögliche Änderung der Kiesseeordnung war laut Stadt der geplante Einsatz von Drachenbooten mit einer Länge von 12,50 m. Erlaubt sind nach der Kiesseeordnung Boote bis zu einer Länge eines „üblichen Vierers“. Hierbei stellt sich die Frage, was ein üblicher Vierer ist, heißt es in der Stellungnahme. Ein Vierer-Canadier mit einer maximalen Länge von 9,0 m, ein Vierer-Kajak mit einer Länge von 11,0 m oder ein Vierer-Ruderboot mit 12,0 m Länge ?

Die Regelungen der Kiesseeordnung sind nach Auffassung der Stadt nicht nur in dieser Hinsicht sehr schwammig und erscheinen reif für eine Überarbeitung, die der Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz inzwischen in Auftrag gegeben hat.

Die Stadt will die Göttinger Sport und Freizeit GmbH und den den Landkreis Göttingen bei der Überarbeitung eng einbeziehen. Sobald ein Entwurf für eine neue Ordnung fertig ist, soll er in den zuständigen Ausschüssen mit dem Ziel einer abschließenden Beschlussfassung durch den Rat beraten werden.

eb

Verordnung

Die Kiesseeordnung ist eine wasserrechtliche Vorschrift aus dem Jahre 1974, die den Gemeingebrauch eines Stillgewässers regelt. Rechtsgrundlage für eine solche Verordnung ist das Niedersächsisches Wassergesetz (NWG). Danach kann die Wasserbehörde aus Gründen des Wohls der Allgemeinheit, insbesondere der Ordnung des Wasserhaushalts, des Verkehrs, der Gefahrenabwehr, der Sicherstellung der Erholung oder der Erhaltung von Natur und Landschaft, den Gemeingebrauch durch Verordnung oder Verfügung regeln, beschränken oder verbieten.

Der Kiessee liegt zum größten Teil im Landschaftsschutzgebiet. Die artenschutzrechtlichen Belange ergeben sich darüber hinaus aus dem Bundesnaturschutzgesetz. Sie müssen immer berücksichtigt werden, unabhängig von der Kiesseeordnung. Gefährdet das Befahren mit Drachenbooten eine besonders geschützte Art nach Naturschutzrecht, so kann diese Nutzung unabhängig von der Kiesseeordnung allein deshalb schon verboten werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis