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Stadt will Baugebiet in Dransfeld verhindern

Planung "unzeitgemäß und verfehlt" Stadt will Baugebiet in Dransfeld verhindern

Händeringend sucht die Stadtverwaltung nach Lösungen für die Wohnungsnot in Göttingen. Doch wenn Nachbargemeinden bauen wollen und so den Druck mindern können, will die Verwaltung das verhindern.

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Marcel Riethig

Quelle: Pförtner

Dransfeld/Göttingen. Seit fast zehn Jahren plant die Dransfelder Stadtverwaltung das Baugebiet „Zaunstätte“, noch in diesem Jahr soll das Areal mit geplanten 40-50 Wohneinheiten erschlossen werden. Doch die Stadt Göttingen ist dagegen. „Die vorliegende Planung“ des Bereichs Zaunstätte, schreibt der Fachdienst Stadt- und Verkehrsplanung der Stadt Göttingen mit Datum vom 18. Dezember an das zuständige Planungsbüro, „berührt die Belange der Stadt Göttingen. Die Stadt Göttingen lehnt daher die Entwicklung des Baugebiets ab.“

Kein zusätzlicher Baubedarf

Begründung der Göttinger Stadtplaner: Laut einer „hier vorliegenden Bevölkerungsprognose“ gehe in Dransfeld vor allem die Zahl der erwerbsfähigen Erwachsenen „in der Größenordnung von acht bis neun Prozent“ zurück. „Keinesfalls“ könne daraus ein zusätzlicher Baubedarf abgeleitet werden.

Die Ausweisung der Zaunstätte ziele darauf ab, „zusätzliche Angebote zu schaffen, die dem Oberzentrum abgezogen werden“. Außerdem sei eine Nachfrage nicht erkennbar. „Vor diesem Hintergrund“, folgert die Stadt, „ist die vorliegende Planung unzeitgemäß und verfehlt.“

Diese Argumentation hält der Göttinger Kreisrat Marcel Riethig für verwunderlich. Riethig zitiert ein Gewos-Gutachten aus dem Jahr 2013, nachdem der Stadt Göttingen bis 2025 etwa 3900 Wohnungen fehlen werden. Der durch Flüchtlinge entstandene Bedarf sei darin „wohl noch nicht berücksichtigt, der Bedarf wird sicherlich zwischen 4000 und 5000 Wohnungen liegen“.

Sozialwohnungen nicht nur in Göttingen

Insofern, kommentiert Kreisrat Riethig das Vorgehen der Göttinger, „sollte das gemeinsame Bestreben von Oberzentrum und Umland sein, den Wohnraumbedarf gemeinsam zu befriedigen und sich nicht als Konkurrenz zu verstehen.“ So sollten neue Sozialwohnungen nicht nur in Göttingen entstehen: „Oberzentrum und Umland werden im Wettbewerb der Regionen nur bestehen können, wenn sie sich gemeinsam positionieren und sich Göttingen gemeinsam mit seinem Umland als Schwarmstadt versteht.“

Kommentar

Aberwitzig

Eine bezahlbare Wohnung im Stadtgebiet von Göttingen zu finden, ist derzeit äußerst schwer bis fast aussichtslos. Daran wird sich auch so bald nichts ändern, weil die Stadt zunächst einmal Wohnraum für Flüchtlinge schaffen will und muss, bevor man an eine andere Art von sozial orientiertem Wohnungsbau denken kann.

Warum die Stadtverwaltung in dieser Situation die Anstrengungen von Nachbargemeinden nicht begrüßt, Wohnraum zu schaffen und so den Druck von der Stadt zu nehmen, ist schlichtweg unerklärlich. Dass sie solche Vorhaben dann auch noch per Behördenschreiben hintertreibt, ist mehr als das, nämlich aberwitzig. Bitte nochmal nachdenken. Bitte

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