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Stadt will Ratssaal barrierefrei umbauen

Mehr Platz für Rollstühle Stadt will Ratssaal barrierefrei umbauen

Keine Treppenstufen, mehr Platz für Rollstühle und Leitsysteme für Sehbehinderte: Die Stadt Göttingen will ihren großen Ratssaal im Neuen Rathaus behindertengerecht umbauen. Sie reagiert damit auch auf eine Anfrage der Grünen-Ratsfraktion.

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Der Kreissaal im Neuen Rathaus soll Barrierefrei umgebaut werden.

Quelle: Hinzmann (Symbolbild)

Göttingen. Es sind viele kleine und größere Änderungen, mit denen die Stadtverwaltung den Ratssaal barrierefrei machen will. Was sie vor hat, hat sie kürzlich in einer ausführlichen Antwort an die Grünen erklärt. Die Fraktion hatte zuvor gefragt, wie die Verwaltung gehbehinderten Menschen ungehinderten Zugang zur Zuschauer-Plattform im Saal verschaffen will, ob Verstärkeranlagen für Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen eingebaut werden können und ob es einen Evakuierungsplan auch für Behinderte gibt. Ihre Vorschläge hatten die Grünen mit dem Göttinger Behindertenbeirat erarbeitet.

Viele davon will die Verwaltung jetzt umsetzen. An dem Maßnahmenpaket werde zurzeit noch intern gearbeitet, bestätigte Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Dabei werde auch darauf geachtet, den Charakter des Saales zu erhalten. Abschließend würden die Kosten berechnet. Erst dann sei absehbar, welche Ideen tatsächlich realisierbar sind und wie viel Geld vom Rat im nächsten Haushaltsplan bereitgestellt werden müsste. Die bisherigen Pläne:
❱   Möglichst noch in diesem Jahr sollen mehrere weitere Abstellflächen für Rollstuhlfahrer eingerichtet werden. Noch nicht entschieden ist, ob ein Plattformlift zur Empore eingebaut oder die Erhöhung zum Teil zurückgebaut wird. Bisher gibt es nur im beengten Innenbereich unterhalb der Empore wenige Plätze für Rollstühle.
❱   Geprüft wird, ob und wie taktile Leitsysteme Menschen mit Sehbehinderungen Orientierungshilfe geben können.
❱    Geplant ist der Kauf einer mobilen FM-Anlage, mit der Mikrofon-Töne speziell für Hörgeräte verstärkt werden können. Eine mobile Anlage könnte auch außerhalb des Ratssaales eingesetzt werden. Überlegt wird auch, mindestens zwei bereits vorhandene barrierefreie Plätze mit Mikrofonen für Fragen und Redebeiträge auszustatten. Bisher gibt es nur Zuschauermikrofone auf der Empore.
❱   Geprüft wird die Montage einer zweiten Beamer-Leinwand gegenüber der vorhandenen Projektionsfläche, damit Präsentationen von allen Plätzen verfolgt werden können.
❱    Zeitnah sollen an mindestens zwei Zuschauerplätzen Halterungen für Gehhilfen montiert werden.
❱   Geprüft wird, ob das Rednerpult im Ratssaal mit einem Motor zur flexiblen Höhenverstellung ausgestattet werden kann. Zurzeit geht das nur zeitaufwändig manuell.
❱   Bei dem geplanten Umbau sollen die Rettungswege barrierefrei gestaltet werden.
Der Ratssaal sei das Zentrum einer demokratischen kommunalen Selbstverwaltung, so die behindertenpolitische Sprecherin der Grünen, Sabine Morgenroth, die Pläne der Stadt. Und „wenn es um die Förderung politischer Teilhabe und Inklusion geht, weiß ich keinen besseren Ort in Göttingen, an dem der Abbau von Barrieren dringlicher ist“.

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