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Stadtführung beleuchtet das Studentenleben im 19. Jahrhundert in Göttingen

Auf den Spuren früherer Studenten Stadtführung beleuchtet das Studentenleben im 19. Jahrhundert in Göttingen

Um das Göttinger Studentenleben des 19. Jahrhunderts ging es am Sonntag. Die Göttinger Tourist-Information hatte ein Kostümführung zu diesem Thema organisiert.

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Zeitreise ins 19. jahrhundert; Enno Grebe führt als „Georg August Henstedt“ Touristen durch die Innenstadt.

Quelle: Heller

Göttingen. Stadtführer Enno Grebe nahm die Teilnehmer mit auf einen Rundgang zur Alten Bibliothek, zum Wilhelmsplatz und zum Ratskeller – eben zu den Orten, die schon damals in einem Studentenleben nicht fehlen durften. Für Grebe bedeutet Kostümführung indes nicht nur das Tragen eines historischen Gewandes samt Zylinder und elegantem Gehstock: Er schlüpft gleich komplett in eine Rolle. Und so führt er als Student „Georg August Henstedt“ durch „seine“ Universitätsstadt. Dabei erzählte er nicht nur Wissenswertes zu Uni- und Wissenschaftsgeschichte, sondern informierte auch über Persönlichkeiten des Zeitgeschehens.

Zum Beispiel über Dorothea Schlözer, die von ihrem Vater, Professor August Ludwig von Schlözer, schon früh zum intensiven Lernen gedrängt wurde, was in der Göttinger Gesellschaft zur damaligen Zeit eher kritisch gesehen wurde. Schließlich war Frauen der Besuch einer Universität noch nicht gestattet. Später konnte sie dann aber als zweite Frau in Deutschland dennoch promovieren – eine absolute Ausnahme. Bei der Verleihung des Doktortitels durfte sie dann auch gar nicht anwesend sein, stattdessen nahm ihr Vater den Titel entgegen.

Zu der Stadtführung gehörte auch, dass „Student Henstedt“ die Teilnehmer als Neustudenten betrachtete und ihnen wertvolle Tipps für ihr künftiges Studentenleben mit auf den Weg geben wollte. „Ich bitte Sie noch, auf die Kutschen aufzupassen“; rät er. „Egal wie viele Pferde vor einen Karren gespannt werden, gelenkt wird er allzu oft von einem Esel.“ Ein Tipp, der in der Universitätsstadt vielleicht auch heute manchmal noch Bestand hat.

Von Benjamin Köster

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