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Stadtrat hat Zukunft des JT in der Hand

Junges Theater Stadtrat hat Zukunft des JT in der Hand

Die politische Diskussion um die Rettung des Jungen Theaters (JT) ist nun auch in Göttingen voll entbrannt. Nachdem der JT-Aufsichtsrat der Stadt nahe gelegt hatte, ihre Zuschusszahlungen wieder aufzunehmen, um den Spielbetrieb zu sichern (Tageblatt berichtete), ist der Stadtrat am Zug.

Denn nur er kann entscheiden, ob die Gelder, die im städtischen Etat eingeplant sind, wieder fließen. Empfänger wäre der vorläufige Insolvenzverwalter Burghard Wegener, der den Theaterbetrieb nach eröffneter Insolvenz treuhänderisch bis zur Gründung einer neuen Trägergesellschaft weiterführen könnte.

Dass die Zahlungen fortgesetzt werden, „dafür sehe ich auf städtischer Seite viele positive Signale“, sagte Stadtsprecher Detlef Johannson gegenüber dem Tageblatt. „Aber ohne Beschlüsse wird das nicht gehen. Da es den Zuwendungsvertrag nicht mehr gibt, kann niemand in der Verwaltung mal so eben knapp 50 000 Euro monatlich ohne Ermächtigung durch den Rat auszahlen.“ Der Zuwendungsvertrag mit dem JT sei schließlich mit Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens laut einer Klausel beendet worden.

Unterdessen zeichnet sich bereits ab, dass die FDP die Fortsetzung der Zahlungen nicht unterstützen wird. Stattdessen übte der stellvertretende Ratsfraktionsvorsitzende Ben Schroeter gestern heftige Kritik an Aufsichtsrat und Geschäftsführung des JT. „Es wird höchste Zeit, dass Herr Döring Verantwortung übernimmt und mit sofortiger Wirkung von seinen Posten zurücktritt. Wer als Geschäftsführer so eklatant versagt hat, kann nicht glaubwürdig an einer Aufklärung und einem möglichen Wiederaufbau mitwirken“, sagte er in einer Pressemitteilung. Der Aufsichtsrat sei zudem „mindestens genauso unfähig gewesen wie der Intendant und Geschäftsführer“. Es sei „eine Veralberung der Bürger und Steuerzahler, wenn der Aufsichtsratsvorsitzende erklärt, man werde sich auch weiterhin an einer Aufarbeitung der Fehler beteiligen. Das sind dieselben Personen, die über Jahre nichts gemerkt haben wollen und die sich statt um die Bilanzen und die Wirtschaftspläne lieber um Freikarten und Schnittchen gekümmert haben. Hier muss mit eisernem Besen gekehrt werden und der gesamte Aufsichtsrat gleich mitgehen“, forderte Schroeter.

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