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Stadtrundgang zum Thema Widerstand

Rund 40 Interessierte trotzen dem Dauerregen in der Göttinger Innenstadt Stadtrundgang zum Thema Widerstand

Es war die letzte Veranstaltung  der aktuellen Reihe zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Und es regnete in Strömen. Dennoch waren rund 40 Gäste gekommen, um an dem Stadtrundgang zum Thema „Widerstand, Resistenz und Verfolgung in Göttingen“ teilzunehmen. 

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Rund 40 Gäste nahmen an dem Stadtrundgang teil - trotz Dauerregen. 

Quelle: HW

Göttingen . Pünktlich um 14 Uhr ging es an der Johanniskirche los. Der Stadtrundgang führte zurück in die Anfangszeit des Nationalsozialismus in Göttingen. „Sozialdemokraten, Gewerkschafter, KPD und andere linksgerichtete Kräfte waren erklärte Ziele der Verfolgung durch das Regime“, so Referent Günther Siedbürger.

Und weiter: „Wir zeigen Orte dieser ersten Repressionswelle ab Frühjahr 1933 und gehen auf antifaschistischen Widerstand und Resistenz in Göttingen ein.“ Zudem wurden während der Tour die Schicksale ausländischer Zwangsarbeitender in Göttingen beleuchtet.

Die erste von acht Stationen der Tour, die von der Geschichtswerkstatt Göttingen organisiert wurde, war das Alte Rathaus. Dort, so erklärte Rainer Driever, war bis 1933 der Platz, an dem sich Oppositionelle wie Heinrich Düker und der Jurist Fritz Schulz trafen.

Düker war Mitglied der Widerstandsgruppe „Internationaler Sozialistischer Kampfbund (ISK), wurde von der Gestapo verhaftet und ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Nach dem Krieg wurde er als SPD-Mitglied erster Oberbürgermeister der Stadt. Düker war zuvor Professor für Psychologie an der Universität. „1936 gab es die erste große Verhaftungswelle in Göttingen“, so Driever.

Einen weiteren Stopp legte die Gruppe am heutigen Sparkassengebäude an der Weender Straße, in dem damals das Hotel „zur Krone“ untergebracht war, ein. Goldene Kronen über dem Eingangsportal erinnern noch an diesen Namen. Damals, so erfuhren es die Zuhörer, waren dort ausländische Zwangsarbeiter beschäftigt. Neben Driever und Siedbürger erklärten auch Joachim Bons und Lisa Grow an geschichtsträchtigen Stätten, wo und wer sich gegen das faschistische Regime aufgelehnt hat oder wo Menschen Repressalien ausgesetzt waren.

Die Lokhalle oder die heutige Stadtbibliothek, die damals das Polizeigefängnis Göttingens beherbergte, waren unter anderem Stationen des Rundgangs.  An der Lokhalle war das  Widerstandsnetz der Eisenbahner Thema.  Göttinger Eisenbahner aus dem damaligen Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) wie Hermann Fraatz spielten dort eine wichtige Rolle. „Im RAW kam es auch zu religiös motiviertem Widerstand durch Angehörige der Zeugen Jehovas“, so Siedbürger.

Wegen des Dauerregens fielen die Stopps kurz aus, Hintergrundinformationen lieferten die Referenten der Geschichtswerkstatt im Anschluss und im Trockenen im DGB-Haus .

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