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Stadtverwaltung untersucht (zu) kurze Ausbildung für Führerscheinanwärter

Erste Hilfe Stadtverwaltung untersucht (zu) kurze Ausbildung für Führerscheinanwärter

Nach der Beschwerde des Vaters eines Führerscheinanwärters untersucht die Göttinger Stadtverwaltung, ob der gesetzlich vorgeschriebene Erste-Hilfe-Kurs für Fahrschüler eines Kursanbieters unzulässig verkürzt wurde. Der Verdacht: Statt acht Ausbildungsstunden soll die entsprechende Bescheinigung bereits nach einer Stunde ausgegeben worden sein.

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Ohne Kenntnisse schwierig: erste Hilfe am Unfallort.

Quelle: Straubel

Den Stein ins Rollen gebracht hatte der Vater eines jungen Mannes, der sich anschickt, seinen Führerschein zu machen. Vor dem Fahrunterricht hatte er aufgrund der Empfehlung einer Göttinger Fahrschule zu Wochenbeginn den Kurs für lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort bei Erste-Hilfe-Ausbilder Bernd Sch. besucht. Vater Ingo Cammans wunderte sich sehr, dass der Kurs des Ausbilders aus Heiligenstadt mit sieben Teilnehmern nur „sage und schreibe eine Stunde gedauert“ habe, wie sein Sohn ihm berichtete. Dann seien die Teilnahmebescheinigungen ausgehändigt worden. Cammans: „Als ich den Kurs vor 27 Jahren belegt habe, damals beim Roten Kreuz, hat dieser etwa acht Stunden gedauert.“ Es sei schwer vorstellbar, wie nach einer Stunde Schulung „ein junger Fahrer nach dem Bestehen seiner Führerscheinprüfung im Falle eines Unfalls einem Verletzten helfen soll“.

Vier Doppelstunden gefordert

Das dies heute noch gefordert wird, bestätigt nicht nur das DRK, sondern auch die Stadtverwaltung. Kursanbieter, seien es nun das DRK oder andere Anbieter, benötigten eine Genehmigung der jeweiligen Kommune und seien verpflichtet, die Führerscheinanwärter in vier Doppelstunden zu je 45 Minuten zu schulen, erklärt Stadt-Sprecher Detlef Johannson. Der Vorwurf gegen den Ausbilder aus Heiligenstadt, der über eine Genehmigung der Stadt Göttingen verfüge, sei der Verwaltung bekannt. Johannson: „Wir prüfen das derzeit und haben den Fahrschüler gebeten, uns die Unterlagen zu schicken.“

Auch die Fahrschule aus dem Göttinger Süden hält eine einstündige Unterweisung für viel zu kurz. Von einer solchen Vorgehensweise sei ihm nichts bekannt gewesen, als er den Ausbilder empfohlen habe, erklärte der Fahrschul-Chef gegenüber dem Tageblatt: „Davon distanzieren wir uns. Das geht so überhaupt nicht.“

Ausbilder Bernd Sch. räumte gegenüber dem Tageblatt die stark verkürzte Ausbildungsdauer von gut einer Stunde ein. Da ihm an diesem Tag wegen Herzproblemen schlecht geworden sei, habe er den Kurs vorzeitig abbrechen müssen, aber: „Mit dem Fahrlehrer wurde sofort anschließend ein weiterer Termin abgesprochen, um den Kurs zu vervollständigen.“ Die ausgestellte Bescheinigung erhalte ihre Gültigkeit „selbstverständlich erst nach Teilnahme am kompletten Kurs“.

Von Matthias Heinzel

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